
Foto: René Golz
Kassel (kobinet) "Seit mehr als 30 Jahren setzt sich der CDU-Bundestagsabgeordneten Hubert Hüppe für die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen ein und beruft sich dabei auf den Artikel 3 des Grundgesetzes, die Gleichheit vor dem Gesetz. Der Vater eines Sohnes mit Mehrfachbehinderung war von 2010 bis 2014 unter der CDU/CSU-FDP-Regierung Bundesbeauftragte für die Belange behinderter Menschen. Er ist einer der wenigen Politiker, die sich fundiert mit dem Thema Teilhabe am Arbeitsleben beschäftigen. In einem ausführlichen Interview mit 53° NORD zieht Hüppe eine Bilanz seines Eintretens für Inklusion." So heißt es in der Einleitung zum 53° NORD Interview mit Hubert Hüppe unter der Überschrift "Wer Inklusion will, sucht Wege, wer sie nicht will, sucht Begründungen".
„Werkstätten mit ihrer derzeitigen Konzeption und so wie sie heute arbeiten, sind nun mal Teil der benachteiligenden Sonderwelten. Das ist nicht nur meine Meinung, sondern u.a. auch die des UN-Kontrollausschusses für die Rechte von Menschen mit Beeinträchtigungen und des Deutschen Instituts für Menschenrechte. Ich gehöre nicht zu denen, die ‚alle Werkstätten abschaffen wollen‘, wie manchmal behauptet wird. Aber es ist unverantwortlich, dass Sondereinrichtungen, Sonderschulen, Werkstätten, Sonderwohnheime nicht endlich zu inklusiven Leistungsanbietern umgestaltet werden. Für Werkstätten bedeutet das z.B., dass sie sich bewusst werden müssen, dass sie einen zentralen Auftrag haben, Beschäftigte so zu fördern, damit sie ins Erwerbsleben wechseln können und wollen. Dem sind die Werkstätten bisher nicht gerecht geworden“, betonte Hubert Hüppe im Interview.
Und weiter erklärte Hubert Hüppe: „Da läuft Etliches falsch, wenn der Übergang ins Erwerbsleben die seltene Ausnahme ist. Die von der Bundesregierung in Auftrag gegebene Studie dazu und zum Entgeltsystem in den Werkstätten offenbart, dass die Übergangsquoten ins Erwerbsleben nicht akzeptabel sind. Wenn über 99 Prozent der Beschäftigten dauerhaft in der Werkstatt bleiben, kann man nicht von einer erfolgreichen Teilhabe am üblichen Leben sprechen. Die Entgeltstudie zeigt außerdem, dass ein Drittel der WfbM-Beschäftigten die Werkstatt verlassen wollen. Ihnen wird diese Hilfe versagt. Es wären noch deutlich mehr, wenn die Werkstätten den Wunsch nach einem Wechsel fördern und die Persönlichkeit der Beschäftigten diesbezüglich stärken würden.“
Link zum vollständigen Interview von 53° NORD mit Hubert Hüppe





Dieses Interview wäre eine gute Grundlage für die Schulung von Werkstatt-Räte, weil auch gravierende Fehler im System dieser Einrichtung benannt werden.