
Foto: Irina Tischer
BERLIN (kobinet) In Schreiben an die Präsidenten des Deutschen Städtetags und des Deutschen Landkreistages appelliert der Bundesverband der Berufsbetreuer (BdB), sich auf politischer Ebene für ein neues Vergütungssystem stark zu machen. In diesem Zusammenhang macht der Vorsitzende des Bundesverbandes, Thorsten Becker, deutlich, dass eine leistungsgerechte Vergütung für Betreuungsvereine und Berufsbetreuer ganz und gar in Ihrem Interesse der Kommunen, Städte und Landkreise ist
Zurzeit wird auf Bundesebene ein Vorschlag für eine neue Vergütungsregelung erarbeitet. Ein reformiertes Vergütungssystem könnte Anfang des Jahres 2026 in Kraft treten. Doch wurde bisher noch kein Gesetzentwurf vorgelegt. Thorsten Becker macht darauf aufmerksam, dass 2025 die Legislatur endet und ein neuer Bundestag gewählt wird. „Das Zeitfenster für die Reform schließt sich. Das müssen Städte und Kommunen ernst nehmen. Machen Sie Druck!“, so Becker.
„Auf Städte und Gemeinden werden große Personalprobleme und hohe Kosten zukommen, sollte die Reform der Betreuervergütung scheitern“, sagt der Vorsitzende des Bundesverbands (BdB): „Kommunen wird es immer schwerer fallen, qualifizierte Betreuer*innen zu gewinnen. Das wird dazu führen, dass immer mehr Behördenmitarbeiter*innen Betreuungen übernehmen müssen. Und das wird teuer für Städte und Gemeinden!“
Viele berufliche Betreuerinnen und Betreuer wandern zudem in andere, besser bezahlte Tätigkeiten ab: „Nachwuchskräfte können wir aufgrund der schlechten Rahmenbedingungen kaum noch gewinnen. Unser eigentlich schöner Beruf ist für junge Leute nicht attraktiv. Dem gegenüber steht, dass in den kommenden Jahre etwa 30 Prozent der Berufsbetreuer*innen in Rente gehen werden. Da wird bald eine riesige Lücke klaffen“, warnt Thorsten Becker.




