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Es gibt keine Eugenik im besten und humansten Sinn

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Foto: Irina Tischer

PIRNA-SONNENSTEIN (kobinet) In aller Deutlichkeit widersprechen die Gedenkstätten Pirna-Sonnenstein und Großschweidnitz der von Klaus Heckemann in den KVS-Mitteilungen geäußerten „Zukunftsvision“ einer eugenisch begründeten Mutationssuche bei Frauen mit Kinderwunsch. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter dieser Gedenkstätten kritisieren, dass ein Repräsentant der ärztlichen Selbstverwaltung in Sachsen den historisch belastenden Begriff der Eugenik nutzt, um aktuelle gesundheitspolitische Debatten zu führen



Die Gedenkstätten Pirna-Sonnenstein und Großschweidnitz erinnern als Teil der Stiftung Sächsische Gedenkstätten am jeweiligen historischen Ort an über 20.000 Menschen, die dort zwischen 1939 und 1945 den nationalsozialistischen Krankenmorden zum Opfer fielen. Die gedanklichen Wurzeln sowie die propagandistische Legitimierung der Vernichtung von vermeintlich „lebensunwertem Leben“ im Nationalsozialismus, speisten sich aus der eugenischen Bewegung. Deren „Vision“ einer umfassenden und andauernden qualitativen Selektion der Bevölkerung stellte die Kriterien zur Verfügung, die in Verbindung mit ökonomischen Interessen zunächst Ausgrenzung und später den hunderttausendfachen Mord der schwächsten Teile der Gesellschaft ermöglichte. Daher betont der Leiter der Gedenkstätten Pirna-Sonnenstein und Großschweidnitz, Dr. Boris Böhm: „Es gibt keine Eugenik im besten und humansten Sinn, deren Utopie ist letztlich eine Dystopie für die betroffenen Menschen. Vielleicht sollte zunächst ein nachdenklicher Blick in die Vergangenheit erfolgen, statt eugenische Zukunftsvisionen zu entwickeln.“