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MÜNCHEN (kobinet) Am gestrigen 1. August 2024 hatte sich zum 14. Mal der Tag gejährt, an dem die Konvention über ein Verbot von Streumunition in Kraft getreten ist. Zehntausende Menschenleben wurden seither geschützt. Doch nun gibt es zunehmende Einsätze und Lieferungen von Streubomben. Litauen hat den Vertrag verlassen. Die Hilfsorganisation Handicap International warnt vor den humanitären Folgen und fordert die Stärkung der Konvention.
Streumunition trifft durch ihre Streuwirkung mit über 90 Prozent fast nur unschuldige Zivilisten und hinterlässt auch bis zu 40 Prozent der Blindgänger. Die explosiven Kriegsreste wiederum können zu einer jahrzehntelangen Bedrohung werden. So wie in Laos, das im Vietnamkrieg von Millionen amerikanischer Streubomben getroffen wurde. Die kleinen explosiven Submunitionen werden immer wieder besonders Kindern zum Verhängnis, denn sie sind leicht und sehen aus wie leuchtend gelbe Dosen oder kleine metallisch schimmernde Bälle.
Mit dem Inkrafttreten am 1. August 2010 begann eine Erfolgsgeschichte: 1,5 Millionen Streumunitionen mit 180 Millionen Submunitionen wurden aus Armeebeständen vernichtet, große Flächen verseuchtes Land von den Resten von Streumunition befreit. Die vorbildlichen Regelungen der Konvention zu Opferhilfe führten zur Unterstützung vieler betroffener Menschen. Bis heute ist die Vertragsstaatengemeinschaft auf 112 Staaten angewachsen.
Nach einem deutlichen Rückgang von Einsätzen wird Streumunition in aktuellen Konflikten wieder vermehrt verwendet, zunächst in Syrien, dann auch in Myanmar. Im Ukrainekrieg setzte Russland diese Waffen von Anfang an massiv ein. Auch die ukrainische Armee verwendet sie, insbesondere seitdem sie von den USA mit Streumunition aus deren Beständen beliefert wird. Ein aktueller Bericht der ARD-Sendung „Panorama“ legt nahe, dass diese Lieferungen sogar aus US-Depots auf deutschem Boden erfolgen. Schließlich hat nun Litauen als erster Vertragsstaat der Konvention das Abkommen verlassen. Die Begründung: die aktuelle Sicherheitslage.
Das Streubombenverbot, ein lebensrettender Vertrag, ist bedroht. Darauf macht Handicap International / Humanity & Inclusion (HI) erneut aufmerksam und fordert, diesen Vertrag zu erhalten.




