
Foto: bifos
Mainz (kobinet) Viel wird über die Themen Empowerment, Selbstvertretung und Partizipation behinderter Menschen seit Jahren geredet und geschrieben - und dies zuweilen recht theoretisch. Bereits in den früher 1990er Jahren hat das Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) hierzu konkrete Schulungen angeboten. Heute, am 29. Juni 2024, geht der aktuelle Weiterbildungskurs des bifos im Rahmen des von der Aktion Mensch geförderten Projekts Empowerment zur Selbstvertretung in den zweiten Tag des Präsenztreffens in Mainz. Die Projektkoordinatorin Juliane Harms hat dafür das Inklusionshotel INNdependence als Tagungsort ausgesucht und eine Reihe spannender behinderter Menschen gefunden, mit denen die Teilnehmenden Erfahrungen austauschen können. So wird heute beispielsweise Katrin Langensiepen, die wieder ins Europaparlament gewählte Abgeordnete der Grünen online zugeschalten und den Fragen der Teilnehmenden zur Verfügung stehen.
Seit Beginn des Jahres befindet sich das auf drei Jahre angelegte Empowerment-Projekt des bifos bereits im zweiten Durchgang, nachdem Ende letzten Jahres der erste Schulungskurs erfolgreich beendet werden konnte. Nun haben weitere Teilnehmende, die sich in der Selbstvertretung behinderter Menschen in der Politik und in Gremien engagieren wollen, die Chance, mehr know how zu bekommen, sich mit anderen Aktiven auszutauschen und vor allem auch, sich konkrete Aktivitäten, bzw. Projekte, vorzunehmen und umzusetzen. Dass man gerade in der Politik, aber auch in Gremien, immer dazu lernen kann und muss, das ist vielen Teilnehmenden schon klar geworden. Denn die Anforderungen sind zuweilen sehr hoch, Themen oft kompliziert und viele Fähigkeiten, wie beispielsweise eine gute Kommunikation sind wichtiger denn je. Zu lernen gibt es also genug in Mainz.
Und dass Mainz ein guter Ort dafür ist, dass hat sich bereits im ersten Weiterbildungskurs gezeigt. Das Hotel INNdependence hat nicht nur barrierefreie Zimmer, ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar, sondern ist auch ein Inklusionsbetrieb, in dem viele behinderte Menschen einen sozialversicherungspflichtigen Job gefunden haben. Neben Katrin Langesnsiepen werden heute auch Ellen Kubica, die Landesbehindertenbeauftragte von Rheinland-Pfalz und Marita Boos-Waidosch als wiedergewähltes Stadtratsmitglied sicher einiges zu erzählen. Gwürzt wird das Ganze durch eine Tour in dei Stadt, denn die Mainzer Behindertenbewegung hat in den letzten 30 Jahren an verschiedenen Stellen spannende Erfolge in Sachen Barrierefreiheit und Inklusion erzielt. Am Sonntag, den 30. Juni 2024, wird die Schulung mit einem Politik-Workshop mit Dr. Annette Standop zu Ende gehen. Sie prägt die Bonner Kommunalpolitik seit vielen Jahren mit und weiß auch, wie man sich als Rollstuhlnutzerin durchsetzen kann, wenn dies nötig ist. Und das passt auch zum Ziel des Projektes. Dazu heißt es u.a. auf der Projekt-Homepage: „‚Nichts über uns ohne uns!‘ Um diesen Grundsatz umzusetzen, müssen sich Menschen mit Behinderungen in Gremien auf allen Ebenen aktiv einbringen. Wir wollen Menschen mit Behinderungen auch ermutigen, sich in Parteien und Organisationen der Zivilgesellschaft zu engagieren.“
Link zum bifos-Projekt zum Empowerment zur Selbstvertretung in der Politik und in Beiräten




