
Foto: LVR
Köln (kobinet) Das Inklusionsamt des Landschaftsverband Rheinland (LVR) beteiligt sich an einem Projekt der Kieler Stiftung Drachensee zum Aufbau eines Ausbildungsgangs, in dem Beschäftigte aus einer Werkstatt für behinderte Menschen zu Berater*innen für Inklusion ausgebildet werden sollen. Das beschloss der LVR-Sozialausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Insgesamt 18 Menschen mit Behinderung, die in einer Werkstatt für behinderte Menschen tätig sind, sollen damit die Möglichkeit erhalten, eine Ausbildung zur Beraterin oder Berater für Inklusion zu machen, wie es im aktuellen Newsletter des LVR heißt.
„Dazu wird der Inklusionsbetrieb COIN gGmbH gegründet, der Consulting, also Unternehmens-Beratung, und Inklusion zusammen bringen und Inklusions-Beratung als Dienstleistung für Unternehmen, Behörden und Organisationen auf dem Markt anbieten will. Das Projekt wird von den drei Integrations- bzw. Inklusionsämtern in Köln, Mainz und Saarbrücken aus Mitteln der Ausgleichsabgabe gemeinsam gefördert. Zunächst geht es um die Finanzierung einer 24-monatigen Vorbereitungsphase, in der das Inklusionsunternehmen COIN gGmbH gegründet, das Curriculum entwickelt, der Businessplan erarbeitet, die Personalgewinnung vorbereitet und das erforderliche Netzwerk aufgebaut werden soll. Diese Vorbereitungsarbeiten finanziert das LVR-Inklusionsamt mit rund 222.000 Euro“, heißt es vonseiten des LVR.
Nähere Informationen enthält die Vorlage 15/2205.





Das AfD-Sozialauschuss-Mitglied fragte nicht ganz zu Unrecht, in wie weit die Pläne für ein derartiges Consulting überhaupt realistisch wären und ob das ganze Projekt nichts mehr als heiße Luft wäre – die Konter der Sozialdemokraten und Grünen gingen in die Richtung, dass „man Inklusion und einen Wandel des Arbeitsmarktes ja erst einmal irgendwie beginnen müsste“.
Da stehe ich wirklich zwischen den Stühlen, nachdem ich mir auch überhaupt nicht vorstellen kann, dass ein ehemaliger Werkstattbeschäftigter mit geistig/psychischer Behinderung und einer absolvierten Ausbildung zum „Consultant“ (über die fehlende „Leichte Sprache“ mokierten sich nicht nur die konservativen Politiker…) in der Lage ist, einem großen Unternehmen näherzubringen, „wie Inklusion denn so laufen müsste“ – wenn er überhaupt den Job, bzw. den Auftrag von Unternehmen bekommt…
Ich lasse mich aber sehr gerne eines besseren belehren!
Es nützt nicht viel, immer mehr Beratungsstellen und Beauftragte zu fördern.
Das Geld muss in ein echtes Coaching des einzelnen Menschen und personenzentrierte Suche nach Arbeit für ihn/sie investiert werden.
Firmen müssen begleitet und auch konkret unterstützt werden.
Das heißt, dass man auch was für sie und den Beschäftigten erledigt, Anträge etc. Beratung reicht nicht.