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Lage in der Eingliederungshilfe spitzt sich zu

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MÜNCHEN (kobinet) Im Sozial- und Gesundheitsausschuss des Bezirkes Oberbayern wurde jetzt das Themenheft „Fachkräftemangel in Oberbayern 2024“ vorgestellt. Diese Broschüre greift einen Sachverhalt auf, der sich für Oberbayern zur wohl größten Herausforderung für Versorgung und Qualität der Eingliederungshilfe wird. Die Publikation schildert die aktuelle Situation und informiert über Maßnahmen, die der Bezirk ergreift.



Unbesetzte Stellen, gefährdete Versorgungssicherheit, Einrichtungen vor dem Kollaps: Der Fach- und Arbeitskräftemangel in der Eingliederungshilfe, also der Unterstützung von Menschen mit Behinderungen, hat vielerlei Auswirkungen. Gleichzeitig steigt der Bedarf: Seit 2012 hat die Anzahl der Leistungsnehmenden in Oberbayern um ein Viertel zugenommen, am stärksten im Bereich der ambulanten Leistungen. Diese Schieflage spitzt sich noch weiter zu. Denn die Babyboomer gehen in den Ruhestand, und die Überalterung der Bevölkerung hält an. „Die Situation ist insgesamt unbefriedigend. Wir unternehmen alle Anstrengungen, um dem Problem zu begegnen“, sagt Oberbayerns Bezirkstagspräsident Thomas Schwarzenberger.

Im sozialen Bereich ist bereits jetzt die Fachkraftquote kaum noch einzuhalten. So ist der Fachkräfte-Anteil in den für die Eingliederungshilfe besonders relevanten Berufsgruppen in den letzten sechs Jahren um zwölf Prozent zurückgegangen. Obendrein gibt es alarmierende Studien zu Belastung, verschlechterten Arbeitsbedingungen und Austritten aus diesen Berufszweigen. Die Zahl der offengemeldeten Stellen ist in der Berufsgruppe Erziehung, Soziale Arbeit und Heilerziehungspflege zwischen 2012 und 2022 um satte 70 Prozent gestiegen.

Gleichzeitig sind die Arbeitsmarkt-Daten unzureichend und Prognosen daher kaum möglich.

Mit einer Reihe von Maßnahmen reagiert der Bezirk auf diese unbefriedigende Situation. So wird das Förderprogramm zur Gewinnung künftiger Fachkräfte weiterhin mit einer Million Euro jährlich bezuschusst, eine Förderung von Weiterbildungsmaßnahmen wird aktuell diskutiert. Zudem werden innovative Einsatzkonzepte geprüft und das Angebot an Praktikumsstellen ausgeweitet. Außerdem planen die bayerischen Bezirke eine wissenschaftliche Studie in Auftrag zu geben, wie der Fach- und Arbeitskräftebedarf künftig gedeckt werden kann und welche Maßnahmen und Weichenstellungen hierfür erforderlich sind.

Lesermeinungen

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2 Lesermeinungen
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Heidi Eiselein
13.03.2024 16:19

Den Mangel an Unterstützungsangeboten habe ich ebenfalls erlebt.
Wohntraining kann wegen Personalmangel nicht angeboten werden (Stadt Würzburg). Ebenso sind in Unterfranken mehrere Wohnheime bzw. Abteilungen komplett geschlossen, da kein Betreuungspersonal zur Verfügung steht.

Im ambulanten Bereich sind ebenfalls Pflege- und Betreuungsangebote rar. Vor allem Angebote für Körperbehinderte Menschen sind Mangelware. Als Ersatz sollen die psychosozial orientierten Angebote/Dienstleister einspringen. Die Kenntnisse Fähigkeiten von Körperbehinderten zu unterstützen und zu verbessern, Techniken individuell zu erarbeiten, etc. kann mir eine psychologisch ausgebildete Fachkraft selten bieten.

Zusätzlich ist barrierefreier oder gar rollstuhlgerechter Wohnraum nicht zu finden. Unterstützung habe ich durch die Stadt Würzburg nicht erhalten. Im Gegenteil!

Viele Betroffene kämpfen sich alleine durch den Dschungel an Bürokratie bzw. bemühen sich redlich darum. Im Extremfall führt dies zu psychischen Folgen und verschlechtert die Situation weiter.
Dann statt Information zum Thema diskriminierende Aufforderungen zu hören, ist das höchste! Warum soll die Allgemeinheit bei Unkenntnis des Betroffenen über Rechte, Möglichkeiten und ggf. Ansprechpartner unbedingt einen gesetzlichen Betreuer brauchen? Warum berät die Behörde nicht gemäß Ihrer Verpflichtung den Betroffenen?
Ist Beratungs- und Informationsbedarf jetzt schon die Grundlage zur Beantragung eines Betreuers? Wer kümmert sich übrigens dann während der Bearbeitungszeit bei Gericht um die laufenden Vorgänge? Oft der Bedürftige, da er die Post nach wie vor erhält…

Marion
Antwort auf  Heidi Eiselein
17.03.2024 10:29

… und warum ist das so? Warum fehlt Personal?

„Wir“ müssen aufpassen das uns die Forderungen nicht über den Kopf wachsen, denn schon heute sind viele notwendige Leistungen für viele Menschen nicht mehr finanzierbar.