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Protest für Erhalt des Gedenkorts in Pirna-Sonnenstein

Plakat zur Protestaktion am 23.2.24 in Pirna
Plakat zur Protestaktion am 23.2.24 in Pirna
Foto: Von Annett Heinich gepostet

Pirna-Sonnenstein (kobinet) Behinderte Menschen verzweifeln zuweilen an den Regelungen des Denkmalschutzes, durch die immer wieder die Herstellung von Barrierefreiheit verhindert wird. Mit dem Denkmalschutz scheint man es demgegenüber in Pirna-Sonnenstein nicht so ernst zu nehmen und das ist aus der Sicht vieler Akteur*innen ein Skandal. Eine überregionale Initiative wehrt sich seit geraumer Zeit dagegen, dass die ehemalige Busgarage als Erinnerungsort für die Morde an behinderten und kranken Menschen in der Nazi-Zeit zugunsten des Baus von Wohnungen abgerissen werden soll. Die Gruppe, die sich gegen den Abriss der Busgarage wehrt, startete bereits eine Online-Petition, die bereits über 3.000 Menschen unterzeichnet hätten. Mitglieder der Initiative "Gegen Das Vergessen" rufen nun zu einer Protest-Kundgebung vor Ort auf. Diese findet heute am 23. Februar 2024 um 15:00 Uhr statt. Treffpunkt ist der Platz neben der ehemaligen Busgarage Schloßpark 8/9-12 in Pirna-Sonnenstein.

„Als Reaktion auf die aktuellen und umstrittenen Baupläne in Pirna-Sonnenstein gleich neben der Gedenkstätte für die NS-Krankenmorde schloss sich eine überregionale Initiative ‚Gegen Das Vergessen‘ zusammen. Sie plädiert dafür, dass das Gebäude, in dem während der Nazi-Zeit die berüchtigten grauen Busse parkten, nicht zu Wohnzwecken umgebaut wird“, heißt es in einem Bericht auf msn.com. Und weiter heißt es in dem Beitrag: „Die ehemalige Busgarage der T4-Tötungsanstalt wurde mittlerweile entkernt und teilweise abgerissen. Nach dem Umbau werden die ehemaligen Garagentore nicht mehr erkennbar sein. Nichts wird äußerlich mehr darauf hinweisen, dass das Gebäude als Garage für die drei Busse des Transportkommandos der nationalsozialistischen Tötungsanstalt Pirna-Sonnenstein diente“, warnt Alina Gündel vom Pirnaer Verein Akubiz und gleichzeitig Mitglied der Initiative.“

Link zum Beitrag auf msn.com

„Verhindern Sie die Entsorgung von Zeugnissen der Geschichte des mörderischen Hitlerregimes“, lautet die Überschrift einer Petition auf change.org, die bereits von über 3.400 Menschen unterzeichnet wurde.

„Bis zum Ende der Hitlerherrschaft 1945 fielen etwa 200 000 Menschen mit körperlichen, geistigen und seelischen Behinderungen dem systematischen Massenmord des NS-Systems zum Opfer. Alleine in einer der wichtigsten Krankenmordanstalt, Schloß Sonnenstein in Pirna, wurden 13720 Menschen mit Behinderungen und 1031 KZ-Häftlinge mit Hilfe von Gas ermordet. Zum denkmalgeschütztem Gebäudeensemble gehört die sogenannte Busgarage, die als ‚,Monument von nationalem Rang‘ bezeichnet wurde und ein einzigartiges bauliches Zeugnis für das von den Nazis begangene Menschheitsverbrechen darstellt. Dessen ungeachtet hat ein privater Investor mit einem undokumentiertem Abriss der Bausubstanz begonnen dieses Gebäude zu zerstören, um es zu einem Wohngebäude umzubauen. Die von der sogenannten T4-Aktion geschaffene innere Struktur für die Busgarage, mit ihren spurentragenden Wänden, Böden und Einbauten wurden schon nahezu vollständig zerstört. Was jetzt in Pirna stattfindet, ist die verantwortungslose Entsorgung von Zeugnissen der deutschen Geschichte. Wir fordern die Verantwortlichen dringend auf, sofort die jetzt noch erhaltenen baulichen Spuren zu sichern, zu dokumentieren und eine Wiederherstellung des Bauwerks und den Erhalt seiner unmittelbaren Umgebung zu erwirken. Notwendig ist eine Nutzungsform, die unter anderem das äußere Erscheinungsbild als Zeugnis der T4-Morde bewahrt und die Torfront zusammenhängend und unverstellt sichtbar und für die Öffentlichkeit zugänglich belässt“, heißt es in der Petition auf change.org.

Link zur Petition

Annett Heinich aus Dresden und viele andere haben auf Facebook auf die Protestaktion aufmerksam gemacht

Link zum Post von Annett Heinich auf Facebook