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Wenn der Fahrstuhl wochenlang kaputt ist

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Kassel (kobinet) Das eine ist eine barrierefreie Wohnung zu finden, das andere ist aber, dass dann der Fahrstuhl im Gebäude auch funktioniert. Davon kann die Kasseler Stadtverordnete Maria Stafyllaraki ein Lied singen, denn seit Wochen kommt sie zum Teil nicht aus ihrer Wohnung raus, weil der Fahrstuhl kaputt ist. "Wegen eines kaputten Fahrstuhls kann Rollstuhlfahrerin Maria Stafyllaraki ihre Wohnung seit Wochen nicht verlassen. Die Grünen-Politikerin ist nicht die einzige, die unter dem Defekt leidet", schrieb daher vor kurzem Matthias Löhr von der Hessisch Niedersächsischen Allgemeinen (HNA) in einem Bericht der in Kassel erscheinenden Zeitung.

„An den 20. Dezember kann sich Maria Stafyllaraki noch gut erinnern. Am letzten Mittwoch vor Weihnachten war die Rollstuhlfahrerin das letzte Mal draußen. Seitdem hat sie ihre Wohnung im fünften Stock des Mehrfamilienhauses in der Kasseler Nordstadt nicht verlassen. Der Grund: Der Fahrstuhl in der Mombachstraße 5 funktioniert nicht mehr“, heißt es im HNA-Bericht vom 5. Januar 2024. Und weiter: „Erste Defekte traten bereits im September 2023 auf. Zwischenzeitlich sei er wochenlang außer Betrieb gewesen. Der Vermieter, die Nassauische Heimstätte, konnte das Problem bislang nicht beheben. Darum geht Stafyllaraki nun an die Öffentlichkeit – ’nicht um zu meckern‘, wie sie sagt, ’sondern um darauf aufmerksam zu machen, was die Situation für Menschen mit Behinderung bedeutet‘.“

Als kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul sich mit der Kommunalpolitiker*in am 8. Januar traf, haben sie ihre Wohnung als Treffpunkt gewählt. Denn nachdem der Fahrstuhl zwischenzeitlich funktionierte, bekam Maria Stafyllaraki morgens früh eine erneute Meldung, dass der Fahrstuhl kaputt sei. Auch wenn dieser am Nachmittag wieder funktionierte, bleibt bei der Rollstuhlnutzer*in und einer Reihe von Bewohner*innen des Hauses, die auf den Fahrstuhl dringend angewiesen sind, ein ständiges ungutes Gefühl, ob sie auch wieder in ihre Wohnung zurückkommen, wenn sie diese verlassen. Bis zur Sanierung des Aufzugs bedeutet dies eine enorme Einschränkung für alle Beteiligten. Die Bewohner*innen in dem Mietshaus in der Kasseler Nordstadt sind bestimmt nicht die einzigen, die unter solchen Bedingungen enorme Einschränkungen hinnehmen müssen, ist Ottmar Miles-Paul überzeugt.

Link zum Beitrag vom 5. Januar 2024 in der HNA

Lesermeinungen

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6 Lesermeinungen
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Janine Veit
15.01.2024 10:21

Öffentlichkeit erzeugen mhhh , wen der werten Leser der HNA wird das interessieren ?
Niemand .
Frau Stafyllaraki schreibt das sie seit Weihnachten nicht aus dem Haus kommt , und was bewirkt dies , wird dadurch die Reparatur schneller gehen Nein.
Denn ich erlebe zur Zeit ähnliches seit März 2023 kann in unserem Haus der Aufzug nicht repariert werden da Bauteile für diesen Aufzug nicht mehr vorrätig sind. Sie müssen in China als Einzelnfertigung hergestellt werden. Würde die Hausgemeinschaft hier nicht so perfekt klappen würde es übel aussehen.
Auch ich kann meine ehrenamtlichen Tätigkeiten seit dem nicht ausüben , aber eine Pressemitteilung würde daran auch nichts ändern.
Und seid mir nicht zu sehr Böse , wenn Frau Stafyllaraki nicht bei den Grünen und oder im Stadtparlament würde es nie eine Meldung wert sein .

Marion
Antwort auf  Janine Veit
15.01.2024 12:18

Ich sehe das ähnlich. Am Ende interessiert es niemanden und es ist eben kein Einzelfall.

Wie immer: Technik ist nur dann gut, wenn sie funktioniert. Doch nehmen wir genau den Fall an, das Technik eben nicht mehr funktioniert, oder nicht genutzt werden kann (bspw. Brandfall, Stromausfall etc …)

Vielleicht sollte man hier umdenken oder mehr hinterfragen, denn in jedem Unternehmen besteht eine ähnliche Situation und da gibt es Abhilfen, wenn der Fahrstuhl eben nicht mehr genutzt werden kann. Der Treppensteiger oder „Selbstfahrer-Treppenraupe“ wäre vielleicht eine Lösung um den Problem entgegen zu wirken, zumal die Hilfsmittel finanzierbar sind.

Marion
09.01.2024 12:31

Ich würde das Problem anders angehen, denn das Problem ist kein lokales Problem. Es trifft nicht nur Deutschland. Ein Fahrstuhl als Einzelinstallation, sorry, aber wer da dann von Barrierefreiheit redet, glaubt dieser müsse immer funktionieren, ist fernab der Realität.

Uwe N.
Antwort auf  Marion
09.01.2024 13:43

Ein Aufzug ist schon ne feine Sache…..Keine frage. Aber: Wie man an diesem Fall sieht, gibt es die „Perfekte Technik“ nicht….. Warum also hat man da keinen Plan B??

Lesebrille
Antwort auf  Marion
11.01.2024 20:46

Dass alle Fahrstühle auf dieser Welt auch mal kaputt gehen können, ist eine Binse, hilft aber nicht wirklich, oder? Empathie sieht meines Erachtens anders aus.

Denn tatsächlich interessiert es körperlich stark eingeschränkte Menschen, die ihre Wohnung wochenlang nicht mehr verlassen oder aufsuchen können, herzlich wenig, wenn man ihnen fehlenden Realitätssinn vorwirft, wenn sie davon sprechen, dass der kaputte Fahrstuhl sie sehr in ihrem Alltag und ihrem Recht auf Teilhabe behindert. Und da nunmal Schulpflicht gilt, ist das auch für die Kinder ein zusätzliches Desaster!

Marion
Antwort auf  Lesebrille
12.01.2024 10:32

Tja, was nützt der beste Wille – Ein Fahrstuhl ist nun mal Technik. Die kann ausfallen und im Extremfall müssen Ersatzteile erst beschafft werden, die dann auch nicht verfügbar sind.

Das Risiko habe ich mit und ohne Behinderung, unabhängig davon ob eine Einschränkung vorliegt. Übrigens: Eine Einschränkuk (so ist Deutschland) ist nicht automatisch eine Behinderung im Sinne des SGB