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Bei Antidiskriminierungskampagne über eigenen Tellerrand hinausblicken

Sharepic mit Ottmar Miles-Paul gegen Gewichtsdiskriminierung
Sharepic mit Ottmar Miles-Paul gegen Gewichtsdiskriminierung
Foto: Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Berlin (kobinet) Bei der Kampagne für die Reform des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes (AGG) geht es einerseits darum, die Belange behinderter Menschen für einen besseren Schutz vor Diskriminierungen und für verbindliche Regelungen zur Barrierefreiheit einzubringen. Andererseits geht es dabei für den Sprecher der LIGA Selbstvertretung, Ottmar Miles-Paul, aber auch darum, den Blick über den eigenen Tellerrand hinaus zu richten und andere diskriminierte Gruppen zu unterstützen, die beispielsweise vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) nicht erfasst sind. So können sich beispielsweise Menschen, die Gewichtsdiskriminierungen erleben müssen, kaum adäquat dagegen zur Wehr setzen. Daher hat Ottmar Miles-Paul die Social Media Kampagne der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung mit einem Sharepic und Statement unterstützt.

„Gegen Diskriminierungen aufgrund meiner Behinderung kann ich mich wehren, aber nicht gegen Diskriminierungen aufgrund meines Gewichts. Deshalb brauchen wir dringend gesetzliche Regelungen“, heißt es im Statement von Ottmar Miles-Paul, dem Sprecher der LIGA Selbstvertretung auf dem Sharepic der Kampagne der Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung mit dem Hashtag #FettPolitisch. Mit diesem Statement weist Ottmar Miles-Paul darauf hin, dass Diskriminierungen aufgrund des Gewichts bisher nicht vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erfasst sind. Als Mensch mit höherem Gewicht erlebe er es immer wieder abschätzig behandelt zu werden. Auch stößt er immer wieder auf Barrieren zum Beispiel bei Stühlen mit Lehnen und kleiner Sitzfläche. „Wir müssen uns auch für die Gruppen benachteiligter Menschen einsetzen, die bisher nicht vom Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) erfasst sind und massive Diskriminierungen erleben müssen. Auch wenn wir selbst noch hart gegen Diskriminierungen aufgrund der Behinderung und vor allem aufgrund von Barrieren kämpfen müssen“, betonte Ottmar Miles-Paul.

Link zum Post mit dem Statement von Ottmar Miles-Paul auf X

Link zur Gesellschaft gegen Gewichtsdiskriminierung

Lesermeinungen

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7 Lesermeinungen
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Uwe N.
05.01.2024 08:24

Hmmmmm………… Ich stelle mir greade ernsthaft die Frage, ob wir wirklich für ALLES ein Gesetz brauchen…….?????? Zumal:

„„Gegen Diskriminierungen aufgrund meiner Behinderung kann ich mich wehren, aber nicht gegen Diskriminierungen aufgrund meines Gewichts.“
Echt jetzt??? Andersrum würde es für mich Sinn geben……… Gibt es keine Eigenverantwortung mehr?? Sind wir wirklich an dem Punkt, das wir immer und überall jemanden brauchen der uns alles macht??
Ich verstehe das, bei Menschen die es aufgrund von Sprachbarrieren nicht können….. Aber das sehe ich hier nicht, wenn ich ehrlich bin…….
Sorry, aber ich habe den Eindruck, wir menschen werden immer Fauler……. Können wir vielleicht mal anfangen, ein wenig Selbstständig zu werden und das ein oder andere mal unsere Komfortzone verlassen?? Ansonsten kommen wir aus DER Nummer sicher nicht raus!!

Marion
Antwort auf  Uwe N.
06.01.2024 10:37

Volle Unterstützung – Ich habe aber einen anderen Verdacht. Was machen Aktivisten, wenn es nichts mehr gibt, um als Aktivist aktiv zu werden?

Ich bin selbst Aktivist, habe aber auch erkennen müssen, dass wir mit dem Fordern nicht weiterkommen. Lösungsorientiertes Denken und dieses in Forderungen zu formulieren, ist das Kunststück.

Für alles aber ein Gesetz? Fangen wir dann nicht damit an, die Realität zu verlassen? Übrigens: „Diskriminierungen aufgrund meines Gewichts.“, dagegen kann man schon heute juristisch gegen an gehen. Denn Fettleibigkeit kann bspw. bei der Ablehnung im Bewerberverfahren, eine Verletzung des Persönlichkeitsrechts oder eine Beleidigung begründen. Ein krankhafter adipöser kann sogar als körperbehindert gelten und wäre dann wieder im AGG geschützt. Abmahnungen wegen des Gewichts sind auch unzulässig.

Bleibt noch die Freizeit, da eigentlich nur das Beleidigen und Ausgrenzen und auch da kann man mittlerweile gegen an gehen ….

Uwe N.
Antwort auf  Marion
08.01.2024 08:18

Exakt….. Keinerlei Einwände!!

Es läuft scheinbar darauf raus, dass sich viele scheinbar denken, die Welt müsse sich ändern……. Ich sehe das allerdings auch als sehr Fragwürdig an.
Ich verstehe alle, die sagen, „Es geht mir nicht gut, nehmt bitte etrwas mehr Rücksicht auf mich!“ Was ich nicht verstehe, ist:
Warum kann man sich nicht in der Mitte treffen…..????? Also: Warum denken wir (oder scheinen wir zu denken) das WIR nicht auch mal ein wenig Aktiv werden können?? Wir wollen aus der „Opferrolle“ raus, drücken uns aber selbst immer weiter rein……. Ich halte das für ein wenig Paradox……. Gut, kann man machen, ist dann aber keinen Meter besser!

Das in Deutschland nicht alles rund läuft, was die Behindertenpolitik betrifft, iss klar, aber wie wäre es mal mit „selbst den Arsch hoch kriegen“?

Marion
Antwort auf  Uwe N.
09.01.2024 12:28

DANKE – Endlich mal jemand, der sich traut, die Wahrheit auszusprechen.
Bei den Demos etc. sieht man doch, wie wenig der Betroffenen sich am Ende auf der Straße treffen.

Bei mir um die Ecke ist eine Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Wenn es um Proteste geht, kommt aber niemand mit. Oder der 5. Mai, wer ist dann an den Protesttagen wirklich auf der Straße? Dabei wäre es ein leichtes für die Einrichtungen mit ihren Bussen, ein paar der betroffenen Menschen zu solchen Veranstaltungen zu bringen.

Die zu Hause leben, oder sonst noch mobil sind, trauen sich ebenfalls nicht auf die Straße. Schade.

Uwe N.
Antwort auf  Marion
09.01.2024 13:42

Wohl wahr……. Ich bin eh kein freund von diesen Demos. Ich meine, ich verstehe den Sinn dahinter und sage auch, das da was passieren muss….. Aber mittels Demo?? Iss mir ne Spur zu Agressiv…. Ich bin mehr der freun von „Setzt euch an einen Tisch und redet miteinander, so wie erwachsene menschen das tun sollten!! Wenn man nur RICHTIG und SACHLICH mioteinander redet…. (Und zwar mit allem zip und zap!!) kann man schon einiges erreichen! Aber was macht man stattdessen? Themen anreisen, aber nicht ausreichend erklären warum weshalb und weswegen….. Aber dann erwarten das einfach gemacht wird…. Pffffffff

Marion
Antwort auf  Uwe N.
12.01.2024 10:36

„Setzt Euch an den Tisch ….“ funktioniert leider oft nicht. Das spiegelt sich in vielen Beiträgen wieder. „Fordern … “ und dann keine Lösung zur Umsetzung präsentieren. Das sich dadurch viele Aktivistinnen und Aktivisten schon viel verbaut haben und eben politisch nicht/oder kaum beachtet werden, ist die Konsequenz.

Demo’s bewerte ich eher anders. Demo’s dienen dazu, Probleme öffentlich sichtbarer zu machen. Das natürlich am Ende der „runde Tisch“ folgen muss, ist aus meiner Sicht, selbstverständlich. Heute sind wir aber in einer Kultur des Forderns und nicht mehr der Lösungen.

Uwe N.
Antwort auf  Marion
15.01.2024 08:22

Beides stimmt so!!
Jedoch:

Es liegt ja nicht daran, dass es nicht machbar wäre….. Also das ginge ja schon!! Es ist ja eher so, dass man es nicht macht! Und genau da liegt ja das Problem:
Wir verärgern mit Absicht und absolut Bewusst unsere gegenseite und wundern uns im nächsten Schritt, dass diese nicht mehr Verhandlungsbereit ist…….????? Warum?? Ich verstehe es halt nicht.
Ich verstehe es, wenn man sagt, es ist schwierig durchführbar….. Aber schwierig ist halt nicht unmöglich!! Ergo: Maqn könnte, wenn man das denn wollte…..

Klar soweit?