
München (kobinet) Während das CDU und CSU Spitzenpersonal und ihre willfährigen Journalisten nicht aufhören können auf Bürgergeldempfänger herum zu hacken und ihnen das Recht auf existenzsichernde Leistungen absprechen, haben einige die Tafeln als Showroom für ihre persönliche Werbung entdeckt.
Bereits im November präsentierte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder auf einer Münchner Tafel und verteilte dort Essen an die „Armen“. Gleichzeitig wird auch er nicht müde die kommende Anpassung des Bürgergeldes schlecht zu reden und deren Streichung zu fordern. Noch perfider treibt es die Landesregierung von NRW. Wie sie heute in einer Pressemitteilung vermeldet, stellt sie für 2024 – 2026 rund 1,1 Millionen € zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die Logistik ausgebaut und die ehrenamtlichen Helfer*innen für ihren Einsatz bei der Verteilung der Lebensmittel geschult werden.
Dass die wachsende Armut und damit die voranschreitende Notwendigkeit für Tafeln ihre Ursachen in unserem neokapitalistischen System und der wachsenden „Armutsschere“ begründet sind, darauf kommen die Politiker der Schwarzen nicht – zumindest nicht offiziell. Überhaupt scheint die Politik von rechts unsere Gesellschaft umwandeln zu wollen. Großes Vorbild sind die USA, in der es weitgehend kein soziales Netz gibt und unzählige Menschen von Suppenküchen oder anderen ehrenamtlichen Leistungen satt werden müssen. Lebensmittel für Arme zu verteilen und zuzubereiten ist für die obere Mittelschicht der amerikanischen Gesellschaft ein Muss und gehört zur Pflicht. Jeder ist eben seines Glückes Schmied!
In einer Presseerklärung lädt heute die bayerische Sozialministerin Ulrike Scharf zu ihrem Besuch einer Tafel in Dachau ein. Von 10:00 Uhr bis 11:15 Uhr wird sie heute an der Dachauer Tafel Essen an Arme verteilen. Viel erklärt wird in dieser Einladung nicht, nur dass sich dieser Termin wunderbar für Fotos und Filmaufnahmen eignet.
So viel zur Ehrlichkeit und Regierungsfähigkeit der anderen.





Als Nachrichtenmagazin, teil der Medien, so auf den Journalisten-Kollegen herumhacken, ist für mich kontraproduktiv und könnte als mangelnde Kollegialität interpretiert werden (könnte).
Das Medien manchmal gewisse politische Tendenzen zeigen, ist doch selbst bei Kobinet zu beobachten. Somit ist der Wurf mit Steinen im eigenen Glashaus nicht immer das, was man als zielfördernd bezeichnen könnte und die Thematik wäre am Ende sicherlich noch mal etwas, über das intensiver diskutiert werden müsste. Als Nachrichtenmagazin wird Kobinet hier sicherlich seine Möglichkeiten finden.
Das die Tafeln sich allerdings auf solchen medialen Spektakel einlassen, zeigt die politische Positionierung und Präferenzen derer, die sich daran beteiligen.