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Jena (kobinet) Im Rahmen der Online-Lesung des Romans "Zündeln an den Strukturen" von Ottmar Miles-Paul und Katrin Grund über die Situation behinderter Menschen in Werkstätten und alternative Beschäftigungsmöglichkeiten auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt vom 8. Dezember 2023 hatte Barbara Vieweg vom Bildungs- und Forschungsinstitut zum selbstbestimmten Leben Behinderter (bifos) drei Preise für diejenigen ausgesetzt, die am schnellsten Werbung für das Buch machen. Nun stehen die Gewinner*innen des Wettbewerbs fest, die jeweils ein Exemplar des Romans zugesandt bekamen. Evi Gerhard aus Würzburg hat das Rennen geamcht, sie hat am 13. Dezember in ihrem Instagram-Weihnachtskalender auf den Roman hingewiesen. Die Umwelt- und Behindertenrechtsaktivistin Cécile Lecomte belegte den zweiten Platz und der seit Jahrzehnten für Veränderungen der Werkstätten für behinderte Menschen engagierte Uwe Heineker belegte den dritten Platz. Die Online-Lesung wurde auch als Podcast aufgezeichnet.
Im Rahmen des IGEL-Podcast wurden in den letzten Monaten eine Reihe von aktuellen Büchern von behinderten Menschen und deren Verfasser*innen vorgestellt. Ein Blick auf die mittlerweile lange Liste der IGEL-Podcasts lohnt sich vor allem auch für diejenigen, die noch Lesestoff für die ruhigeren Tage zum Jahresausklang oder zum Verschenken suchen.





Danke für die Erwähnung meiner Person. Als Zeitzeuge und selbst Aktivist für Rechte von Menschen mit Behinderung seit 1971 prophezeie ich aufgrund meiner Erfahrung: die anstehende „Werkstattreform“ wird genauso weniger als halbherzig ausfallen, wie das „Gesetz zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarktes“ in dem „Werkstätte“ überhaupt keine Rolle spielen – alles gemäß dem Motto: „Wasch mir den Pelz aber mach mich nicht nass“ – die Werkstatt-Lobby ist (noch) zu stark und somit reformresistent – leider!
Wäre es aber nicht auch etwas merkwürdig, wenn man in dem Gesetz für einen inklusiven Arbeitsmarkt die Werkstätte mitberücksichtigen würde? Schließlich geht es doch darum, die Menschen in den Werkstätte die Chancen am Arbeitsmarkt zu verbessern.
Und ja, die Reformen sind problematisch. Mehr Geld für die dort arbeitenden, bedeutet auch mehr Geld erwirtschaften. Damit wird die Werkstätte als Dienstleister uninteressant und die Aufträge brechen weg. Zudem bildet Werkstätte für Unternehmen eine Möglichkeit, die Ausgleichsabgabe zu reduzieren. Da geht es also um ein Modell mit zwei Profiteuren. Das aufzulösen muss zwar Ziel sein, bedarf aber eben grundlegende Reformen, damit Werkstätte wieder das werden, wozu sie eigentlich geschaffen wurde. – Eine Rehaeinrichtung mit dem Weg in den ersten Arbeitsmarkt, den „inklusiven Arbeitsmarkt“