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Bayrisches Fernsehen soll Barrierefreiheit weiter ausbauen

Blaue geöffnete Buchstaben BR auf weißem Hintergrund
Logo Bayerischer Rundfunk
Foto: Bayrischer Rundfunk

MÜNCHEN (kobinet) Vor einiger Zeit hatten sich der Leiter des Programmbereichs Wissen und Bildung im Bayrischen Rundfunk und der in der Redaktion Barrierefreie Angebote für Audiodeskription zuständige BR-Redakteur mit der Landesvorständin und dem Landesgeschäftsführer vom Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) zum Austausch über die Zukunft und den Ausbau der Barrierefreiheit im BR Fernsehen getroffen.

Die Vertreter des Bayerischen Rundfunks informierten im Verlaufe des Austausches darüber, dass im Hauptabend des Bayerischen Fernsehens bereits rund 30 Prozent des Programms mit Audiodeskription angeboten werden. Im Rahmen des ARD-Aktionsplans zum Ausbau der Barrierefreiheit wird im Jahr 2024 zusätzlich eine 13teilige klassische BR-Serie mit Audiodeskription (AD) versehen. Die BBSB-Vertretenden Faltl und Erzgraber dankten dem BR in diesem Zusammenhang für den Ausbau des AD-Angebotes, die vorbildliche Zusammenarbeit mit den Verbänden der Betroffenen und den regelmäßigen Informationsaustausch. Dennoch forderten sie, in den Bemühungen um einen weiteren Ausbau nicht nachzulassen und mahnten, dass der Ausbau des Angebotes für die eine Zielgruppe nicht zur Kürzung der Angebote für eine andere Zielgruppe führen darf.

In diesem Zusammenhang wiesen die Vertreter des BR darauf hin, dass die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs von ARD und ZDF (KEF) einen eigenen Finanzbedarf für die barrierefreien Angebote bisher nicht anerkenne und, dass dies bedeute, dass jeder Ausbau der barrierefreien Angebote einen Rückbau des Programms nötig mache. Der BBSB appelliert daher zugleich an die KEF, für die barrierefreien Angebote einen eigenen und angemessenen Bedarf anzuerkennen, damit die Sender ihrer Verpflichtung zur Aufrechterhaltung und zum Ausbau barrierefreier Angebote nachkommen können, ohne dafür Programme einstellen zu müssen.

Intensiv wurde auch über die Möglichkeiten und Grenzen des Einsatzes von KI-gestützten Systemen und künstlichen Stimmen für die AD diskutiert. Die BBSB-Vertretenden unterstützten die Meinung der Vertreter des Fernsehens, dass künstliche Stimmen – zumindest derzeit – dem Qualitätsanspruch noch nicht genügen, weder im Spielfilm- noch im Dokumentationsbereich.