Menu Close

Gebärdensprache und Avatare da passt nicht alles

Bild mit  vielen gezeichneten Köpfen
Avatare sollen Personen als Vertreter darstellen
Foto: Pixabay/Clker-Free-Vector-Images

MÜNCHEN (kobinet) In den letzten Jahren hat die Spitzenforschung im Bereich der Avatar-Technologie für die Übersetzung von Gebärdensprache in schriftlichen Text erhebliche Fortschritte gemacht. Insbesondere Projekte wie AVASAG und das aktuelle BIGEKO haben sich dieser Herausforderung angenommen. Doch hinter den vermeintlichen technologischen Durchbrüchen verbergen sich auch Unstimmigkeiten und Probleme, die einen Schatten auf die vielversprechenden Entwicklungen werfen. Die vorliegende Stellungnahme beleuchtet kritisch die unzureichende Selbstbestimmung tauber Menschen in den Projekten AVASAG und BIGEKO.

Dabei werden Fragen nach der einseitigen Förderung durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) aufgeworfen und ethische Bedenken hinsichtlich des Schutzes der Gebärdensprache und der Gehörlosenkultur diskutiert. Die mangelnde Einbindung neutraler tauber Expertinnen und Experten ohne kommerzielle Bindung sowie fehlende Qualitätssicherung in der Entwicklung von Avatar-Technologien stehen im Fokus dieser Analyse.

Die Stellungnahme hebt besonders die Gefahr einer ethischen Verletzung hervor, bei der die Menschenrechte tauber Menschen missachtet werden. Auch wird auf die Notwendigkeit einer stärkeren Berücksichtigung des menschlichen Faktors und einer ausgewogenen Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Unternehmen und Gehörlosenverbänden hingewiesen.

Die Projekte AVASAG und BIGEKO werden unter verschiedenen Gesichtspunkten kritisch hinterfragt, angefangen bei der fraglichen Kostenersparnis bis hin zu bedenklichen Missverständnissen in Notfallsituationen. Es wird argumentiert, dass die Forschung mehr auf finanzielle Ziele ausgerichtet ist als auf nachhaltige Lösungen für die Gehörlosen-Community.

Diese Stellungnahme setzt den Fokus auf die Wahrung der Selbstbestimmung, ethische Grundsätze und die transparente Einbeziehung der Gehörlosen-Community in zukünftige Entwicklungen im Bereich der Gebärdensprach-Avatare.

In der Stellungnahme werden verschiedene Aspekte kritisch hinterfragt und darauf basierend Forderungen an die Bundesregierung gestellt. Eine Zusammenfassung ist in einem Gebärdensprachvideo auf diesem Instagram-Kanal zu finden.