
Foto: Irina Tischer
München (kobinet) Vor 50 Jahren entstand die Initiative, aus der sich der Behindertenbeirat der Landeshauptstadt München entwickelte, und vor 10 Jahren bewilligte der Münchner Stadtrat die Einrichtung des Koordinierungsbüros zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Knapp 200 geladene Gäste kamen am 5. Juli in die Alte Kongresshalle, um dies zu feiern - darunter Akteur*innen aus dem Umfeld "Behinderung und Inklusion“, sowie Vertretungen aus Stadtverwaltung und Politik. Darauf hat Johannes Messerschmid aus München die kobinet-nachrichten aufmerksam gemacht.
Auf nachdrückliches Betreiben des Behindertenbeirats beschloss der Stadtrat 2013 die Einrichtung des städtischen Koordinierungsbüros zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Nun besteht das Koordinierungsbüro seit zehn Jahren und der Behindertenbeirat seit 50: Zwei Jubiläen, die mit einem großen Fest gefeiert wurden.
In ihrem Grußwort bedankte sich Bürgermeisterin Verena Dietl beim Behindertenbeirat, sowie beim Koordinierungsbüro für deren Arbeit und Engagement. Der Vorstand des Behindertenbeirats, Johannes Messerschmidt (stellv. Vorsitzender), Cornelia von Pappenheim (stellv. Vorsitzende) und Nadja Rackwitz-Ziegler (Vorsitzende) begrüßten mit Boris Kuhn, dem Leiter des Koordinierungsbüros die Gäste.
Als Zeitzeuginnen und Zeitzeugen wurden Elisabeth Michel, Ina Stein und Ibo Harraz als Gründungsmitglieder des Behindertenbeirats, sowie Altbürgermeisterin Dr. Gertraud Burkert interviewt. Frau Burkert, die von 1993 bis 2005 Zweite Bürgermeisterin in München war, hatte in ihrer Amtszeit dazu beigetragen, dem Behindertenbeirat im Stadtrat und in der Verwaltung mehr Gehör zu verschaffen.
In einer anschließenden Interviewrunde berichteten Beate Brückner, Hong-Nhung Nghiem und Maximilian Scheitler von ihrem schwierigen Weg ins Berufsleben, von ihren Herausforderungen im Alltag und von ihren Wünschen für die Zukunft. Hier kristallisierte sich klar heraus, dass sich die jungen Menschen mehr Teilhabe im Alltag und in der Freizeit, sowie Unterstützung bei einer Berufsausbildung und -ausübung jenseits der Werkstätten wünschen.
Nach einer kurzen Pause hielt Herr Professor Dr. Albrecht Rohrmann einen Vortrag: „Was sind Möglichkeiten und Grenzen der Interessenvertretung durch Behindertenbeiräte?“.
Fünf Politikerinnen und Politiker aus dem Landtag und dem Bezirkstag stellten sich den Fragen vom Moderator Rainer Schmidt zu den Themen barrierefreier ÖPNV, barrierefreies Bauen und inklusiver Arbeitsmarkt. Dabei waren sich die Vertreterinnen und Vertreter von Bündnis 90/Die Grünen, SPD, FDP, CSU und FW einig, dass noch viel getan werden müsse.
Da Johannes Messerschmid, langjähriges Mitglied im Behindertenbeirat und Mitglied im Vorstand zum 31. Juli 2023 von seinem Amt im Vorstand zurück tritt, wurde er im Namen des gesamten Behindertenbeirats von Oswald Utz für sein Engagement über knapp 11 Jahre bedankt. Die Mitglieder des Behindertenbeirates und die Gäste der Jubiläumsveranstaltung verabschiedeten ihn mit tosendem Applaus und Standing Ovations.
Nadja Rackwitz-Ziegler und Boris Kuhn bedankten sich bei allen Mitwirkenden und Gästen. In Kürze soll auf der Homepage des Beirats, auf Facebook und dem YouTube-Kanal ein Kurzfilm zum Abend veröffentlicht werden. Ebenso wird es einen Beitrag auf München TV geben.




