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Mobilität für Alle und Führerschein für Menschen mit Behinderungen – ein Weg zur Exklusion ?

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Parkschild Behindertenparkplatz: Wer hier partk ist Behindert oder Rücksichtslos
Parkschild mit Rollizeichen
Foto: ISL

POTSDAM (kobinet) Für Menschen mit Behinderungen ist es nicht immer und überall so ganz einfach, wirklich mobil zu sein. Da ist es durchaus ein Vorteil, einen Führerschein zu besitzen, ein Auto zu haben und selbst fahren zu können. Das alles bekommt man nicht "so einfach". Der Weg zum Selbstfahren führt für Menschen mit Behinderungen über zusätzliche medizinische Untersuchungen und den technischen Nachweis, ein bestimmtes Fahrzeug auch zu beherrschen. Wer alle diese Prüfungen besteht und eventuell sogar noch einen Behindertenparkplatz erhält, kann schon recht gut und selbstbestimmt mobil sein. Nach einer Meldung der "Märkischen Allgemeinen Zeitung" sieht man das aber wohl in der Führerscheinstelle der Stadt Potsdam etwas anders.



Wer dort eine Behinderten-Parkkarte beantragt, der könnte plötzlich berechtigte Angst Angst um den Führerschein bekommen. Wie in einem Artikel der „Märkischen Allgemeinen“ zu lesen ist, so „…geht Potsdam tatsächlich besonders rigide gegen Menschen mit Schwerbehinderung vor. 120 Personen mit Handicap mussten in der Landeshauptstadt im vergangenen Jahr ihre Fahreignung nachweisen.“ Und das im Zusammenhang mit einer beantragten Behindertenparkkarte. In den Nachbarkreisen der Landeshauptstadt Potsdam ist das anders. In Brandenburg an der Havel mussten im Jahr 2023, zum Beispiel, bisher drei Personen wegen körperlicher Beeinträchtigungen ihre Fahreignung nachweisen. In keinem einzigen Fall war dabei jedoch der Antrag auf eine Behinderten-Parkkarte der Auslöser.

Selbstverständlich müssen auch Menschen mit Behinderungen, die ein Fahrzeug führen, fahrtauglich sein, und das bei gegebenem Anlass nachweisen. Völlig unbestritten! Aber das Vorgehen in Potsdam wirft Fragen auf, zum Beispiel ob man nicht auch den anderen Weg gehen könnte, den Erhalt der Fahrtauglichkeit medizinisch oder durch zusätzliches Sicherheitstraining zu unterstützen, zum Beispiel. Und da wir von der kobinet-Redaktion Fragen haben, werden wir diese der Führerscheinstelle der Stadt Potsdam auch stellen. Wir sind auf die Antwort gespannt.

Der Artikel der“ Märkischen Allgemeine Zeitung, auf welchen wir hier Bezug nehmen, ist unter diesem Link insgesamt nachzulesen.