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Gesundheitswesen muss endlich barrierefrei werden

Ulla Schmidt
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Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Barrierefreiheit ist eine Grundvoraussetzung für uneingeschränkte Teilhabe am Leben in der Gesellschaft. Barrierefreiheit im Gesundheitswesen kann sogar überlebenswichtig sein. Anlässlich des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung behinderter Menschen fordert die Lebenshilfe von der Politik, medizinische Versorgung endlich für alle Bürgerinnen und Bürger umfassend zugänglich zu machen. "Wir sind eines der reichsten Länder der Welt, aber nur 21 Prozent der Haus- und Facharztpraxen sind barrierefrei – und das gilt auch bloß für mobilitätsbeeinträchtigte Menschen. Für Deutschland ist das ein Armutszeugnis“, kritisiert Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe.

Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention hat sich die Bundesrepublik in Artikel 25 unter anderem dazu verpflichtet, alle geeigneten Maßnahmen zu treffen, um Menschen mit Behinderung eine Gesundheitsversorgung in derselben Bandbreite, von derselben Qualität und auf demselben Standard bereitzustellen wie anderen Menschen. Dafür ist es nach Ansicht der Lebenshilfe erforderlich, dass Gesundheitseinrichtungen barrierefrei sind. Außerdem muss das medizinische Personal über ausreichend Kenntnisse und Zeit verfügen, um auf die besonderen Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten mit Behinderung eingehen zu können.

Zusätzlich brauche es Gesundheitsleistungen, die Menschen gerade wegen ihrer Behinderungen benötigen. Ein erster Schritt seien Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit Behinderungen, kurz MZEBs. Dort erhalten speziell solche Menschen Hilfe, die wegen Art, Schwere oder Komplexität ihrer Behinderung durch zugelassene Vertragsärztinnen und -ärzte nicht ausreichend behandelt werden können. Die Zentren sind dabei als Ergänzung – nicht als Ersatz – zur Regelversorgung gedacht. Es gibt laut Lebenshilfe aber Hemmnisse beim Aufbau der MZEBs, die dringend beseitigt werden müssen.

Um die Barrierefreiheit und Inklusion im Bereich des Gesundheitswesens geht es auch bei den Inklusiontagen, die am 8. und 9. Mai vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales in Berlin durchgeführt werden.