Menu Close

Barrieren abbauen – strukturelle Diskriminierungen beseitigen

Bild von der Fotoaktion von WüSL vor dem Bezirk Unterfranken am 4. Mai 2023
Bild von der Fotoaktion von WüSL vor dem Bezirk Unterfranken am 4. Mai 2023
Foto: Michael Gerr - WüsL

Würzburg (kobinet) Mit einer Fotoaktion vor dem Eingang des Bezirks Unterfranken machte der Verein WüSL - Selbstbestimmt Leben Würzburg am 4. Mai im Rahmen des Europäischen Protesttags zur Gleichstellung behinderter Menschen auf die Verantwortung des Bezirks für die Einhaltung von Menschenrechten aufmerksam. Von einer inklusiven Gesellschaft, die alle Menschen einbezieht und niemanden ausgrenzt, seien wir immer noch weit entfernt. Diese Erfahrung machten behinderte Menschen auch in Würzburg und in Unterfranken, heißt es vonseiten des Vereins. WüSL wendet sich daher dieses Jahr insbesondere gegen die strukturellen Diskriminierungen, bei denen kaum Verbesserungen zu spüren sind, sondern eher noch Verschlechterungen, wie es in einer Presseinformation des Vereins heißt.

„Während aussondernde Großeinrichtungen wie Behindertenheime, Werkstätten für Menschen mit Behinderung oder Förderschulen stabil betrieben und mit finanzieller Unterstützung durch öffentliche Gelder ausgebaut werden, gibt es im ambulanten Bereich zum Teil massive Kürzungen. Dies betrifft das Konzept ‚Leben mit Persönlicher Assistenz‘, eine Form der Unterstützung von behinderten Menschen, die ein selbstbestimmtes Leben ermöglicht. Der Bezirk Unterfranken, dessen Aufgabe es eigentlich wäre, Selbstbestimmung und Teilhabe zu fördern, greift stattdessen wiederholt Menschen, die mit Persönlicher Assistenz leben, massiv an, indem er sie durch Kürzungen bedroht und das ohne nachvollziehbare Begründungen. So lassen sich Barrieren nicht abbauen. Immerhin gab es bereits zwei gerichtliche Beschlüsse in Unterfranken für vorläufige Weiterzahlungen auf bisherigem Niveau von Persönlichen Assistenzen im Umfang von 16 Stunden täglich“, heißt es von WüSL zur Aktion.

WüSL fordert den Bezirk Unterfranken, den Bezirkstagspräsidenten und den Bezirkstag daher auf: „Sorgen Sie dafür, dass massive unbegründete Kürzungen zurückgenommen werden und Bedarfserhebungen die tatsächlichen Bedarfe feststellen, inklusive des Bedarfs an Teilhabe am gesellschaftlichen Leben. Sorgen Sie dafür, dass der Weg hin zu selbstbestimmten Wohn- und Unterstützungsformen erleichtert statt erschwert wird, damit nicht immer mehr Menschen auf segregierende Sonderwelten, wie Behindertenheime es sind, verwiesen werden. Setzen Sie die UN Behindertenrechtskonvention umfassend um und nehmen Sie die Menschenwürde und Menschenrechte von Menschen mit Behinderungen ernst.“