
Foto: Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund e.V.
MÜNCHEN (kobinet) Der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund (BBSB) berät und unterstützt nicht nur blinde und sehbehinderte Menschen, sondern ist auch politisch aktiv. Der Verein setzt sich seit über 100 Jahren für eine barrierefreie Zukunft ein – für mehr Teilhabe und Inklusion von Menschen mit Behinderung. Mit blick auf den morgigen Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung wünscht sich der BBSB mehr Barrierefreiheit in Beruf und im Alltag.
Im BBSB ist Karl Depner seit elf Jahren im Arbeitskreis „Bauliche und digitale Barrierefreiheit“ federführend aktiv. Seit Längerem gibt es etwa Gespräche mit Kommunen und Städten, um dem unkontrollierten Abstellen von E-Scootern in Innenstädten Einhalt zu gebieten. „Wir fordern gekennzeichnete Abstellflächen für E-Scooter. Für blinde und sehbehinderte Menschen sind auf dem Gehweg abgestellte Roller eine gefährliche Stolperfalle. Im Übrigen freuen sich auch Eltern mit Kinderwagen oder Menschen in Rollstühlen über freie Gehwege“, erklärt Karl Depner.
Sein Kollege Bernhard Claus befindet sich seit Jahren mit der Stadt München in der Diskussion, um die Erneuerung des Blindenleitsystems in der Münchner U-Bahn auf den neuesten Stand zu bringen. „In München haben wir letztes Jahr ein Pilotprojekt in der Sendlinger Straße begleitet. Aufkleber weisen Passanten darauf hin, dass das mittig in der Fußgängerzone angebrachte Blindenleitsystem bitte von Fahrrädern und E-Scootern freizuhalten ist“, berichtet Claus. Zu dieser Problematik hat er auch bereits in diversen Interviews in Funk und Fernsehen Stellung genommen.
Der BBSB unterstützt blinde oder sehbehinderte Menschen und gibt Hilfestellungen zu mehr Selbstständigkeit im Alltag und im Beruf. Steffen Erzgraber, Landesgeschäftsführer des BBSB, sagt abschließend hierzu: „Weder Verehrung als Superhelden noch Mitleid helfen uns weiter. Aber viel zu oft müssen blinde und sehbehinderte Menschen immer noch selbst Widerstände und Zweifel überwinden, wenn es um die Ausübung eines angemessenen Berufs geht. Als Selbsthilfeorganisation mit über 100 Jahren Erfahrung wissen wir, wo Grenzen liegen und was möglich ist. Ein gutes Miteinander und die richtigen, zeitgemäßen Voraussetzungen bilden eine gute Basis.“




