Menu Close

ABiD gegen Herabsetzung der Pflegeuntergrenzen

Die Hand einer älteren Person wird von der Hand einer jüngeren Person gehalten
Gute Pflege braucht ausreichend gute Pflegende
Foto: Pixabay/PublicDomainPictures

BERLIN (kobinet) Gesundheitsminister Karl Lauterbach hat nun die Krankenkassen aufgefordert, vorübergehend die Personaluntergrenzen nicht mehr zu überprüfen, da nicht mehr genug Pflegekräfte zu Verfügung stehen. Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD) spricht sich gegen diese Entscheidung aus. Dieses Problem ist seit Jahren aufgebaut worden, so der ABiD. Statt mehr Personal aufzubauen indem man mehr Finanzen einsetzt, wird einfach die Personaluntergrenze heruntergesetzt. Und die Mitarbeiter die noch da werden jetzt doppelt belastet.

Die Lösung der Probleme wird somit ausschließlich am Personal ausgemacht, anstatt das System, die Vorgaben und Abläufe darin zu hinterfragen. Zugleich verweist der ABiD darauf, dass im Jahr 2019 der damalige Politiker Karl Lauterbach in einem Interview mit dem ARD-Mittagsmagazin noch erklärt hatte, warum die Einführung einer Personaluntergrenze in Krankenhäusern aus seiner Sicht wichtig sei. Damals hatte Lauterbach gesagt: „Wenn wir die Personaluntergrenze nicht in den Krankenhäuser einführen, dann werden wir noch mehr Personal verlieren. Das Personal ist so überarbeitet, dass vom bestehenden Personal viele einfach aufgeben, weil sie die Arbeit nicht leisten können.“

Diese Situation sieht der ABiD als ausgesprochen kritisch, denn in diesen Einrichtungen werden auch Menschen mit Behinderung sowie Senioren betreut, die meist eine erheblich höhere Pflege benötigen. Diese Pflege wird in diesem Falle vermutlich nicht mehr vollumfänglich geleistet werden können. Wenn man vernünftig über die Situation nachdenkt, würde man solche Überlegungen nicht anstellen.

Der ABiD weist die Überlegungen zur Herabsetzung der Personaluntergrenze strikt zurück.