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Lebenshilfe fordert umfassende Reform der Teilhabe am Arbeitsleben

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Berlin (kobinet) Arbeits- und Fachkräfte fehlen im ganzen Land. Trotzdem stellen über 40.000 Unternehmen keine Menschen mit Behinderung ein Daher müssen die rechtlichen Rahmenbedingungen für einen sozialen und inklusiven Arbeitsmarkt dringend auf den Weg gebracht werden. Die jetzt vorgesehene Erhöhung der Ausgleichsabgabe kann dabei nach Ansicht der Bundesvereinigung Lebenshilfe nur ein erster Schritt sein. "Menschen mit Behinderung müssen die Möglichkeiten haben, dort zu arbeiten, wo auch andere arbeiten – und auch dort ihre Unterstützung bekommen. Und es braucht mehr Unternehmen, die Menschen mit Behinderung beschäftigen. Das sind Voraussetzungen für einen inklusiven Arbeitsmarkt.“, erklärte Ulla Schmidt, Bundesvorsitzende der Lebenshilfe.

Für einen sozialen und inklusiven Arbeitsmarkt sind nach Ansicht der Lebenshilfe aber dringend weitere Reformen erforderlich. In ihrem Positionspapier zur Teilhabe am Arbeitsleben fordert diese: „Menschen mit Behinderung, die derzeit in Werkstätten arbeiten, müssen von ihrer Arbeit leben können und unabhängig von Grundsicherung sein, sie müssen Unterstützung bei der Arbeit an jedem Arbeitsplatz erhalten können und ihre Bildung und Ausbildung müssen gestärkt werden.“ Dazu sagt das Bundesvorstandsmitglied der Lebenshilfe Ramona Günther, die mit einer Behinderung lebt: „Wir geben in der Werkstatt unser Bestes und leisten ganze Arbeit. Dafür wollen wir einen anständigen Lohn und keine Bittsteller beim Amt mehr sein.“

Der seit dem 24. November 2022 vorliegende Referentenentwurf eines Gesetzes zur Förderung eines inklusiven Arbeitsmarkts aus dem Bundessozialministerium entspreche diesen Anforderungen noch lange nicht. Er könne nur der Start eines umfassenden Reformpaketes sein. Die Koalition muss nach Ansicht der Lebenshilfe 2023 eine weitreichende Reform der Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben für Menschen mit Behinderungen auf den Weg bringen. Nur so könne sie ihren Auftrag aus dem Koalitionsvertrag „Schaffung eines inklusiven Arbeitsmarktes“ und nicht zuletzt die Vorgaben der UN-Behindertenrechtskonvention erfüllen.

Das Positionspapier der Lebenshilfe gibt’s hier: Auf dem Weg zu inklusiver Arbeit und gerechter Entlohnung für Menschen mit geistiger Behinderung.