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Inklusion an Deutschlands Hochschulen: Stand und Perspektiven

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Berlin (kobinet) Wie inklusiv ist das Studium in Deutschland? Wie weit sind wir auf dem Weg zur inklusiven Hochschule? Was wurde in den vergangenen 40 Jahren erreicht? Wie weit ist Deutschland bei der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Hochschulbereich? Zu diesen Fragen richtet die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks (DSW) am 10. Und 11. November 2022 in Berlin eine Tagung anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens aus.

Das Informations- und Austauschbedürfnis zu diesen Fragen ist groß: Mehr als 170 Vertreter*innen aus Hochschulen, Bundes- und Landesministerien, Landtagen und dem Bundestag, Verbänden und Studierendenwerken nehmen teil. Eröffnet wird die Tagung am 10. November von Dr. Jens Brandenburg (FDP), Parlamentarischer Staatssekretär bei der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert die IBS seit 40 Jahren.

In Vorträgen, Talkrunden und Praxisforen diskutieren die Teilnehmer*innen zum Stand der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention im Hochschulbereich, zu den Auswirkungen der aktuellen Krisen auf die Inklusion in Studium und Beruf oder die Gestaltung der barrierefreien Digitalisierung der Hochschullehre.

Matthias Anbuhl, Generalsekretär des Deutschen Studentenwerks, erklärt: „Studieren mit Beeinträchtigung ist heute um vieles leichter als vor 40 Jahren. Dazu hat die kontinuierlich gute Arbeit der Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung wesentlich beigetragen. Die IBS ist gut vernetzt, arbeitet praxisorientiert und setzt sich für ein chancengleiches Studium für alle ein. Doch noch immer behindern bauliche, kommunikative, organisatorische und didaktische Barrieren ein chancengleiches Studium. Individuelle Nachteilsausgleiche werden oft nicht gewährt. Weitere Anstrengungen der Hochschulen sind notwendig, um ihre rechtlichen Verpflichtungen umzusetzen. Dabei brauchen sie die Unterstützung von Bund und Ländern.“

Gemäß der Studierenden-Befragung „beeinträchtigt studieren – best2“ des Deutschen Studentenwerks aus den Jahren 2016/20217 haben 11 Prozent der Studierenden in Deutschland eine studienrelevante Beeinträchtigung. Diese Gruppe beeinträchtigter Studierender ist sehr heterogen; nur bei 4 Prozent ist die Beeinträchtigung auf Anhieb zu erkennen.

Mehr als die Hälfte der beeinträchtigten Studierenden hat psychische Erkrankungen. 20 Prozent haben eine chronisch-somatische Erkrankung, wie etwa Rheuma, Multiple Sklerose oder Epilepsie. 10 Prozent haben eine Bewegungs- oder Sinnesbeeinträchtigung, 4 Prozent eine Teilleistungsstörung, wie etwa Legasthenie.

Für 2023 plant das Bundesministerin für Bildung und Forschung die Publikation der Nachfolge-Studie „best – Studieren mit einer gesundheitlichen Beeinträchtigung“, für welche im Rahmen der vom BMBF geförderten Studierendenbefragung „eine für alle“ im Jahr 2021 beeinträchtigte Studierende befragt wurden.

Die Informations- und Beratungsstelle Studium und Behinderung (IBS) des Deutschen Studentenwerks ist das bundesweite Kompetenzzentrum zum Thema „Studium und Behinderung“. Information und Beratung, Interessenvertretung sowie Weiterbildung und Vernetzung sind die Aufgaben der IBS, die seit 1982 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert wird. Mit ihren Angeboten wendet sich die IBS vor allem an Studieninteressierte und Studierende mit Beeinträchtigungen, Beauftragte und Berater/-innen sowie an hochschul- und behindertenpolitisch Aktive in Politik und Verwaltung.

Link zum Tagungsprogramm: https://www.studentenwerke.de/sites/default/files/Programm-Jubilaeums-und-Fachtagung_ibs.pdf