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Mit dem 49-Euro-Ticket wird keine bezahlbare Mobilität erreicht

Nahverkerszüge begegnen sich auf dem Bahnsteigen des Bahnhofs Dortmund
Züge auf dem Bahnhof Dortmund
Foto: Pixabay/hpgruesen

DÜSSELDORF (kobinet) Der Sozialverband SoVD und der Umweltverband BUND in Nordrhein-Westfalen kritisieren den Beschluss zum 49-Euro-Ticket, weil damit das Ziel einer bezahlbaren Mobilität nicht erreicht wird. Zwar sei es zu begrüßen, dass ab Januar oder im Verlauf des Jahres 2023 endlich ein Nachfolger für das erfolgreiche 9-Euro-Ticket erhältlich sei, ein solcher Monatspreis sei für wirtschaftlich schwache Menschen aber schlicht nicht zu stemmen.

„Das 49-Euro-Ticket wurde nun auf den Weg gebracht – bezahlbare Mobilität für arme Menschen und Geringverdiener wird damit aber leider nicht erreicht“, kritisiert Franz Schrewe, NRW-Landesvorsitzender des Sozialverbands Deutschland (SoVD).

„In NRW leben rund drei Millionen Menschen an oder unter der Armutsgrenze. Sie sind besonders von den aktuellen Preissteigerungen im Alltag betroffen. Die Zahl derer, die dann noch 49 Euro im Monat übrighaben, um den Regionalverkehr zu nutzen, dürften verschwindend gering sein“, so Schrewe.

„Wir wünschen uns einen öffentlichen Nah- und Regionalverkehr für alle“, unterstreicht BUND-Landeschef Holger Sticht die Forderungen seiner Organisation und stellt fest: „Die enorme Nachfrage nach dem 9 Euro-Ticket sollte Ansporn sein, möglichst viele Menschen zum Einsteigen in Bus und Bahn zu bewegen.“ Außerdem sei wichtig, dass die Finanzierung eines solchen Tickets keinesfalls zu Einschränkungen der Angebote führt – im Gegenteil: „Mit der Einführung eines solchen Tickets muss auch ein alltagstaugliches Angebot bereitgestellt werden. Hieran mangelt es insbesondere in vom ÖPNV abgehängten ländlichen Regionen, hier muss dringend investiert werden. Wir erwarten, dass das Land NRW hierfür auch eigenes Geld in die Hand nimmt.“

Gemeinsam mit dem BUND NRW fordert der SoVD NRW zusätzlich ein 365-Euro-Ticket für NRW.