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Denkmalschutz und Barrierefreiheit – das geht zusammen

Simone Fischer
Simone Fischer
Foto: Axel Dressel

Stuttgart (kobinet) Die Beauftragte der Landesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen von Baden-Württemberg, Simone Fischer, hat sich zum heutigen Tag des offenen Denkmals am 11. September zu Wort gemeldet und macht deutlich: "Denkmalschutz und Barrierefreiheit – das geht zusammen. Es bietet Chancen für mehr barrierefreie Wohnungen, die wir dringend brauchen.“ Auch in Baden-Württemberg beteiligen sich zahlreiche Kulturdenkmäler aktiv am Tag des offenen Denkmals, der vom Europarat initiiert in 50 Ländern gefeiert wird und in Deutschland 1993 zum ersten Mal veranstaltet wurde.

Ziel des Tags des offenen Denkmals, der traditionell am zweiten Sonntag im September begangen wird, ist es, die Öffentlichkeit für die Anliegen von Denkmalschutz und -pflege zu sensibilisieren und unser gemeinsames Erbe zu vermitteln. Die Beauftragte der Landesregierung Baden-Württemberg für die Belange von Menschen mit Behinderungen, Simone Fischer, weist auf die Bedeutung der Barrierefreiheit im Zusammenhang von Denkmalschutz und -pflege hin. Sie sagt: „„Denkmalschutz und Barrierefreiheit – das geht zusammen. Denkmäler können uns Geschichten erleben und verstehen lassen, sie sind wahre Werte in unserem Land. Diese so vielen Menschen wie möglich zugänglich zu machen, erhöht auch die Bedeutung des jeweiligen Denkmals und muss heute selbstverständlich sein. Barrierefreiheit ist ein Qualitätsmerkmal unserer Gesellschaft – auch im Denkmal.“

Mit Begeisterung, Gespür und Können der Architekten und Ingenieure sowie dem frühzeitigen Mitdenken und Einbringen von Behörden und Politik vor Ort sei die Umsetzung gelungener Barrierefreiheit bei Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen denkmalgeschützter Bauten möglich. Bei der Umnutzung von denkmalgeschützten Gebäuden sei es von Bedeutung, dass die Barrierefreiheit von Beginn an mitgedacht wird.

Simone Fischer verweist in diesem Jahr insbesondere auf die Notwendigkeit von barrierefreiem Wohnen, das auch im Denkmal gelungen realisiert werden könne. Der Wohnungsbestand in den meisten Städten und Gemeinden biete kein ausreichendes barrierefreies Angebot. Es fehle an bezahlbaren und barrierefreien sowie uneingeschränkt mit dem Rollstuhl nutzbaren Wohnungen für Menschen mit unterschiedlichen Einschränkungen, jeden Alters und für Familien. Die Miete von neu gebauten Wohnungen sei für Menschen mit niedrigem Einkommen und mit Behinderungen oftmals nicht finanzierbar. Der Bestand an Sozialwohnungen sei rückläufig. Der Altbestand der meisten Wohnungen und Gebäuden sei in der Regel bisher nicht barrierefrei.

Die Landes-Beauftragte legt Wert darauf: „Denkmäler barrierefrei zugänglich und bewohnbar zu machen, ist ein Gewinn für den Einzelnen und unser Zusammenleben. Wir brauchen in unserem Land weitere gelungene Beispiele, die zeigen, dass Denkmalschutz und Barrierefreiheit zusammenpassen.“ Diese Woche begleitete Simone Fischer die Denkmalreise von Ministerin Nicole Razavi und Staatssekretärin Andrea Lindlohr vom Ministerium für Landesentwicklung und Wohnen in Baden-Württemberg, die unter dem Motto „Wahre Werte – Highlights der Denkmalpflege“ steht. In Bruchsal besuchten sie beispielsweise die ehemalige Malz- und Tabakfabrik. Das vierstöckige Industriedenkmal in der Innenstadt stand lange leer, heute werden darin 16 Wohnungen geschaffen, die alle barrierefrei zugänglich werden.

Hintergrundinformation:

Unter dem Motto „KulturSpur. Ein Fall für den Denkmalschutz“ werden im September mit dem Tag des offenen Denkmals das 50-jährige Jubiläum des Denkmalschutzgesetzes sowie des Landesamts für Denkmalpflege zelebriert. Im Jubiläumsjahr findet die Nacht des offenen Denkmals in Esslingen am Neckar statt. Am Vorabend öffnen bereits viele Kulturdenkmale ihre Türen, am Sonntag bietet das Landesamt für Denkmalpflege an seinem Dienstsitz ein vielfältiges Denkmal-Erlebnisprogramm.

Denkmalreise durch Baden-Württemberg: Baden-Württemberg.de (baden-wuerttemberg.de)