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Ausstellung „überZEUGEN“ ab heute wieder zu sehen

Zwei Männer und dazwischen ein Aufsteller am Eingang zur Ausstellung
André Nowak und Vasyl Nazarenko bei der Eröffnung der Ausstellung in Kyiv
Foto: IB&P

BERLIN (kobinet) Die Ausstellung „überZEUGEN Geschichten von Menschen mit Behinderungen in Deutschland und der Ukraine“ ist nach der Eröffnung um 14:00 Uhr ab heute nachmittags in Berlin dann in der Zeit vom 5. bis 26. September im bündnisgrünen Kiezbüro Catrin Wahlen (MdA) in Berlin (Karl-Kunger-Strasse 69) zu sehen. Diese Ausstellung befasst sich mit der Frage nach dem Wert des Lebens und der Menschenwürde und analysiert die Entwicklung des Verständnisses von „Behinderung“, „Fürsorge“ und „Partizipation“ seit dem Ende des zweiten Weltkrieges bis heute.

Die Ausstellung „überZEUGEN“ war im Rahmen des DRA-Programms „INKuLtur – für Inklusion und kulturelle Teilhabe“ in Kooperation mit ABiD-Institut Behinderung & Partizipation (IB&P) sowie Partnerorganisationen aus der Ukraine entstanden. Sie wurde bereits in der Ukraine in Kyjiv, Lviv, Charkiv und Sloviansk sowie in Berlin gezeigt. Die Eröffnung der Ausstellung in Kyjiv hatten damals der Vorsitzender des Nationalen Verbandes der Behindertenorganisationen der Ukraine Wassiliy Nazarenko und der stellvertretende Vorsitzender des ABiD-Instituts André Nowak gemeinsam vorgenommen.

Für die Ausstellung wurden zwölf Menschen mit Behinderungen aus Deutschland sowie 19 Personen aus der Ukraine und ihre Angehörigen befragt. Sie waren bereit, als Zeitzeugen ihre persönliche Geschichte zu erzählen, zu berichten, mit welchen Hürden sie früher konfrontiert waren und wie sie heute leben.

Die Ausstellung arbeitet mit narrativen Interviews und verschiedenen Artefakten der Protagonisten. Sie gibt damit Menschen mit Behinderungen eine Stimme, bringt ihre Meinungen und Erfahrungen, auch mit Blick auf die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu Gehör und stärkt damit deren historische und aktuelle Präsenz im öffentlichen Leben und in der kollektiven Erinnerung.

Gleichzeitig spricht die Ausstellung die Forschung im Bereich der Disability Studies im osteuropäischen Raum an, die in der Ukraine bisher wenig präsent ist, und gibt internationaler Vernetzung und Zusammenarbeit von Menschen mit Behinderung einen Impuls.

Aktuell ist dies sehr wichtig, denn unter dem Angriffskrieg Russlands auf die Ukraine leiden Menschen mit Behinderungen besonders: die im Land Verbliebenen und auch die ins Ausland Geflüchteten. Die Ausstellung schafft Raum auch für sie: für Unterstützung, Begegnung und Vernetzung.

Diese Ausstellung ist zugleich der nun bereits 15jährigen partnerschaftlichen Zusammenarbeit des Allgemeinen Behindertenverband in Deutschland (ABiD) und des IB&P mit nationalen Behindertenverbänden in 12 Staaten auf dem Gebiet der früheren UdSSR. Der Dachverband der Behindertenorganisationen der Ukraine ist einer der wichtigen Partner des ABiD-Instituts aus diesen Ländern.