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Paritätischer warnt vor sozialen Verwerfungen

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Foto: ht

BERLIN (kobinet) Auf die jüngste Mitteilung des Statistischen Bundesamtes, wonach die einkommensärmsten Mieterinnen und Mieter aktuell 42,6 Prozent ihres Einkommens allein für die Wohnkosten aufbringen müssen, reagiert der Paritätische Gesamtverband mit der Forderung auf noch in diesem Jahr wirkende Entlastungsmaßnahmen. Angesichts der Entwicklung der Wohnkosten warnt der Verband vor sozialen Verwerfungen und fordert umfassendes Entlastungsprogramm.

„Das Gemisch aus explodierenden Lebenshaltungskosten und übermäßigem Einkommensverzehr durch Mietbelastung ist ein echtes Armutsrisiko”, erklärt Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes. Der Verband geht davon aus, dass sich die Situation mit den steigenden Energiepreisen und der angekündigten Gasumlage noch weiter verschärfen wird. Es brauche daher dringend umfassende Hilfen für Menschen mit niedrigen Einkommen durch Anhebung und Ausweitung des Wohngeldes, aber auch einen Schutzschirm der Mieterinnen und Mieter, damit niemand auf Grund steigender Kosten seine Wohnung verliert oder im Winter frieren muss.

Mit einem Strom-, Energie- und Mietmoratorium müsse die Bundesregierung dafür sorgen, dass Mieterinnen und Mieter vor diesem Schicksal bewahrt würden, so der Verband.

Darüber hinaus müsse, so der Paritätische Gesamtverband, die überkommene Wohnungspolitik prinzipiell in Frage zu stellen. Dazu stellt Ulrich Schneider fest: „In Deutschland haben wir gerade noch einmal gut eine Million Sozialwohnungen und jedes Jahr fallen Zehntausende weiter weg. Von den versprochenen 100.000 neuen Sozialwohnungen pro Jahr ist die Bundesregierung meilenweit entfernt.“ Man bräuchte wieder mehr bezahlbaren Wohnraum für alle, wodurch auch die Mittelschicht entlastet würde, so Schneider.