Menu Close

Neues Projekt zum Studieren mit einer psychischen Erkrankung gestartet

Infozeichen
Symbol Information
Foto: Susanne Göbel

Bonn (kobinet) Laut aktueller Studien liegt der Anteil der Studierenden, deren Beeinträchtigung sich erschwerend auf ihr Studium auswirkt, bei elf Prozent; davon haben 53 Prozent eine psychische Erkrankung, Diese sind immer noch stark Vorurteilen, Stigmatisierung und Diskriminierung ausgesetzt und haben selten die Chance, gleichberechtigt an der Hochschulbildung teilzuhaben. So gibt es immer wieder Schwierigkeiten bei der Bewilligung von Nachteilsausgleichen und bei der Kostenübernahme von Leistungen zur Teilhabe. Um diese Missstände zu beseitigen und im Sinne der UN-Behindertenrechtskonvention in Artikel 24 chancengerechte Zugangsund Studienbedingungen für alle Studierende zu realisieren, rückt das kombabb-Kompetenzzentrum Nordrhein-Westfalen das Thema "Studieren mit einer psychischen Erkrankung“ in den Fokus.

Einerseits müssen Studieninteressierte und Studierende informiert, unterstützt sowie gestärkt werden. Andererseits müssen alle Beteiligte, wie zum Beispiel die Hochschul-Akteur*innen und Kostenträger* innen, informiert, sensibilisiert und eine Bewusstseinsveränderung erwirkt werden. Um dieses Vorhaben zu realisieren, startete kombabb am 1. Juli 2022 das Projekt „Studieren mit einer psychischen Erkrankung“ und wird drei Jahre vom Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales (MAGS) des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert.

Das kombabb-Kompetenzzentrum NRW ist eine hochschulunabhängige Informations- und Beratungsstelle zum Thema „Studieren mit (nicht-)sichtbarer Behinderung / chronischer Erkrankung“ mit dem Schwerpunkt „Übergang Schule-Studium“. Es informiert und berät zu Themen rund ums Studium, zum Beispiel Studienwahl, Nachteilsausgleiche bei der Zulassung und während des Studiums, Unterstützungsmöglichkeiten und „Outen“ der Einschränkung. Zielgruppen sind Schüler*innen und Studierende mit einer sichtbaren Behinderung, z.B. im Rollstuhl, mit einer Sinnes- oder Gehbehinderung, und einer nicht-sichtbaren Einschränkung / chronischen Erkrankung, z.B. Diabetes, Epilepsie, eine Autismus-Spektrum-Störung oder psychischen Erkrankung.

Zudem richten sich die Angebote an Angehörige und alle, denen dieses Thema im Beruf begegnet, wie z.B. Lehrer*innen, Mitarbeiter*innen der Arbeitsagenturen, des IFD und der EUTB. Die Beratungsstelle besteht seit 2008, hat ihren Sitz in Bonn und ist für ganz NRW zuständig. Trägerverein ist der gemeinnützige Verein „Kompetenzzentrum Behinderung, akademische Bildung, Beruf (kombabb) e. V.“ Kombabb wird von Beginn an vom Land NRW gefördert.