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Diskriminierung im Job weit verbreitet

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Foto: H. Smikac

BERLIN (kobinet) Wie eine Studie der Antidiskriminierungsstelle des Bundes belegt, ist die Diskriminierung von Eltern und Pflegepersonen im Job weit verbreitet. Nach einer im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes durchgeführten und aktuell veröffentlichten Befragung geben 41 Prozent der Eltern und 27 Prozent der Pflegepersonen an, am Arbeitsplatz aufgrund der Elternschaft oder Kinderbetreuung beziehnungsweise der Pflege von Angehörigen nach eigener Wahrnehmung Diskriminierung erlebt zu haben.

„Die Zahlen belegen deutlich, was viele Eltern und Pflegepersonen auch unserem Beratungsteam schildern: Wer Fürsorgeverantwortung übernimmt, muss im Job mit Nachteilen rechnen“, sagte der kommissarische Leiter der Antidiskriminierungsstelle des Bundes, Bernhard Franke, zu den Ergebnissen. „Damit schaden Arbeitgeber*innen sich letztlich auch selbst, weil sie Mitarbeitende demotivieren.“

Während der Schwangerschaft haben demnach 56 Prozent der befragten Eltern mindestens eine diskriminierende Situation erlebt. 26 Prozent der Mütter und 15 Prozent der werdenden Väter erlebten beispielsweise, dass ihnen Verantwortlichkeiten entzogen, weniger anspruchsvolle Aufgaben zugeteilt oder Aufstiegsmöglichkeiten verhindert beziehungsweise auf Eis gelegt wurden. Insgesamt knapp vier von zehn Müttern (39 Prozent) berichten von negativen Erfahrungen im Zusammenhang mit dem Mutterschutz. So wurden beispielsweise erforderliche Gesundheitsschutzmaßnahmen nicht ausreichend getroffen.

Bei der Anmeldung der Elternzeit berichten Väter häufiger als Mütter von diskriminierenden Erfahrungen. 19 Prozent der Väter und 11 Prozent der Mütter fühlten sich beispielsweise unter Druck gesetzt, keine Elternzeit zu nehmen oder den Umfang zu reduzieren. Andere berichten, auf die Bekanntgabe der Elternzeit sei abfällig oder negativ reagiert worden (24 Prozent der Frauen, 30 Prozent der Männer). Beim Wiedereinstieg nach der Elternzeit berichten sechs von zehn (62 Prozent) Befragten von mindestens einer negativen Erfahrung, hier wiederum häufiger Mütter (69 Prozent) als Väter (48 Prpzent). Oftmals wird genannt, dass flexible Arbeitszeiten nicht oder nicht in gewünschtem Umfang gestattet wurden, auch bei Homeoffice-Regelungen sowie Urlaub während der Kita-Schließzeiten und Schulferien erlebten viele Eltern nach eigenen Angaben zu wenig Entgegenkommen.

Im Zusammenhang mit der Pflege von Angehörigen berichten 48 Prozent der Pflegepersonen von mindestens einer diskriminierenden Erfahrung am Arbeitsplatz. So wird etwa das Ausbleiben von Gehaltserhöhungen (Frauen 15 Prozent, Männer 17 Prpzent) oder eine schlechtere Leistungsbewertung (Frauen 12 Prozent, Männer 16 Prpzent) genannt, aber auch fehlende Rücksichtnahme auf Pflegeaufgaben bei der Terminierung von Sitzungen (Frauen 16 Prozent, Männer 19 Prozent). In der Gruppe derer, die Pflegezeit nehmen wollten, geben 54 Prozent an, dass Vorgesetzte abfällig oder negativ auf die Dauer der Pflegezeit reagiert haben. 48 Prozent der Mütter, die in den letzten sechs Jahren befristet beschäftigt waren, geben außerdem an, dass ihr Arbeitsvertrag im Zusammenhang mit Schwangerschaft, Elternzeit oder Kinderbetreuung nicht verlängert oder nicht entfristet wurde (Väter 15 Prozent). 15 Prozent der Mütter berichten von Kündigungen oder einer Streichung ihres Arbeitsplatzes (Väter 6 Prozent).