Werbung:
Hilfsabfrage.de Flucht Behinderung
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Text Live-Blog Flucht und Behinderung
Springe zum Inhalt

Triage-Situation möglichst verhindern

Buchstaben ABiD dann Text Allgemeiner Behindertenverband in Deutschland  e.V. Für Selbstbestimmung und Würde
ABiD Logo
Foto: ABiD

BERLIN (kobinet) Der Allgemeine Behindertenverband in Deutschland (ABiD) kritisiert das „Hin und Her“ von Bundesgesundheitsminister Lauterbach in der Frage einer verfassungskonformen Ausgestaltung einer etwaigen Triage-Regel für kommende Epidemien. Der ABiD setzt sich für eine dauerhaft bessere Ausstattung unserer Intensivstationen ein, damit sie im Zweifel rasch hochgefahren werden können und jegliche Triage-Situation möglichst verhindert werden. Behinderten müssen in jedem Fall vorrangigen Schutz haben, stellen die Vorstände Marcus Graubner, Andreas Scheibner und Klaus Heidrich gemeinsam fest und fordern ein rasches Nachjustierungen der Triage-Regeln.

Nachdem das Bundesgesundheitsinisterium zunächst einen Gesetzentwurf in die Abstimmung gegeben hatte, welcher auch eine sogenannte „Ex-Post-Triage“ beinhaltete, war der Sturm der Entrüstung derart groß, dass Minister Lauternach das Schriftstück umgehen wieder einkassierte. Der Gesetzentwurf hatte vorgesehen, dass gerade Menschen mit Multimorbidität, die auf einer Intensivstation behandelt werden, von dieser intensivmedizinischen Behandlung entkoppelt werden können.

Diese Vorgehensweise wäre nicht mit der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts vereinbar, meint der ABiD-Sozialberater Dennis Riehle: „Karlsruhe hat deutlich gemacht, dass gerade Menschen mit Behinderung auch in einer Pandemie einen besonderen Schutz genießen. Ihre mögliche Mehrfacherkrankung darf gerade nicht dazu führen, automatisch anzunehmen, dass sie eine geringere Wahrscheinlichkeit für eine Genesung besitzen. Wenngleich nicht jede Form der Triage explizit ausgeschlossen ist, steht behinderten Personen ein übergeordnetes Anrecht auf eine intensivmedizinische Behandlung zu, weil sie nicht nur aus ethisch-moralischen Gründen eine besondere Fürsprache und Stimme brauchen, die sie in solch einem möglichen Ernstfall vor einer Schlechterstellung bewahren. Es verbietet sich zudem, Intensivbetten allein an der Wahrscheinlichkeit für eine Gesundung auszurichten. Prinzipiell ist die Würde des Menschen unantastbar und jedes Leben gleich wert. Wir müssen daher viel eher Vorbereitungen treffen, wie wir für eine erneute medizinische Eskalation durch einen grassierenden Virus ambulant wie stationär besser aufgestellt sind und ruhende Strukturen rasch wieder aufbauen können. Schlussendlich muss die Triage ein absoluter Ausnahmefall sein“.

Riehle ergänzt: „Die Kriterien, wem eine intensivmedizinische Behandlung zuteilwird, dürfen sich nicht isoliert an einem Behindertenstatus eines Menschen festmachen"

.Der ABiD setzt sich somit für eine dauerhaft bessere Ausstattung unserer Intensivstationen ein, damit sie im Zweifel rasch hochgefahren werden können. Jegliche Triage-Situation muss, so fordert dieser Verband, nach Möglichkeit verhindert werden. Behinderten müssen in jedem Fall vorrangigen Schutz haben, stellen die Vorstände Marcus Graubner, Andreas Scheibner und Klaus Heidrich zusammenfassend fest und fordern rasche Nachjustierungen.

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sadefn0