Menu Close

Netzwerk Leichte Sprache zum 05. Mai – Beitrag von Menschen mit Lernschwierigkeiten fördern!

Logo Netzwerk Leichte Sprache mit rotem Kreis Text Leichte Sprache
Logo Netzwerk Leichte Sprache
Foto: Netzwerk Leichte Sprache

Berlin (kobinet) Sie organisieren sich selbst, sie kommunizieren miteinander, sie erarbeiten sich selbst Regeln zur Leichten Sprache, die Sprache, die sie verstehen. Die Selbstvertreter in Sachen Leichter Sprache wirken aktiv im Regelwerk der Leichten Sprache mit. Ohne sie geht es nicht, nur mit ihnen. Ist es etwa nicht so?

Die Vorständin des Netzwerk Leichte Sprache Frau Dr. Koehler bat kobinet um Veröffentlichung:

Zum Tag der Menschen mit Behinderungen möchte das Netzwerk Leichte Sprache auf seine Ursprünge aufmerksam machen. Bis heute ist die mittlerweile sehr große Vereinigung mit Mitgliedern aus 8 Nationen nicht von ihrem Ursprung abgewichen:

Leichte Sprache ist die Sprache der Menschen mit Lernschwierigkeiten und kognitiven Beeinträchtigungen!

Susanne Göbel und Ottmar Miles-Paul gründeten nach dem amerikanischen Vorbild der People First Bewegung, das Netzwerk People First Deutschland e.V, eine deutsche Selbstvertretungs-Vereinigung von Menschen mit Lernschwierigkeiten. People First Deutschland entsprang dem Bundesmodellprojekt „Wir vertreten uns selbst“ (1997-2001).

Zur gelungenen Selbstvertretung gehört Zugang zu Information. Nur ein informierter Mensch kann seinem Recht auf Selbstbestimmung frei nachkommen. Für Netzwerk People First ist Leichte Sprache die Grundvoraussetzung aktiver Teilhabe.

Aus diesem Gedanken entwickelte People First Deutschland erste Regeln für Leichte Sprache und gründete das Netzwerk Leichte Sprache e.V. Das Netzwerk Leichte Sprache ist zum Dachverband herangewachsen. Viele Selbstvertretungsorganisationen einen sich hier und entwickeln die Leichte Sprache aber auch Ausbildungswege für den 1. Arbeitsmarkt. Heute hat das Netzwerk Mitglieder aus 8 Nationen. Die Arbeit ist nach wie vor inklusiv, da das Nutzererlebnis in der Anwendung Leichter Sprache, immer im Vordergrund steht.

Leichte Sprache ist wie die Rampe für Rollstuhlfahrer. Daher können nur die Experten in eigener Sache entscheiden, wie Leichte Sprache sein muss, im Sinne der Zugänglichkeit zu Information und einer guten Gebrauchstauglichkeit.

Die Prinzipien Zugänglichkeit und Gebrauchstauglichkeit sind Grundsätze der Barrierefreiheit und können nur von der Zielgruppe selbst gestaltet und entschieden werden.

Beide Prinzipien sind bei der digitalen Umsetzungen Leichter Sprache wichtig, um Gesetze wie das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz, das Behinderten Gleichstellungsgesetz und das Online-Zugangs-Gesetz, orientiert an den Bedarfen seiner Nutzergruppen in die Zukunft zu führen.

Aus diesem Grund adressiert heute Vorständin Stefanie Koehler an die Politik:

„Das Netzwerk Leichte Sprache mahnt Artikel 8 (1)3 UN-BRK an, mit dem sich Deutschland durch Ratifizierung verpflichtet hat, das Bewusstsein für die Fähigkeiten und den Beitrag von Menschen mit Behinderungen zu fördern.“