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Ostermärsche wichtiger denn je

Foto zeigt Demonstrierende in Berlin
Demonstrierende in Berlin am 13.03.2022
Foto: sch

Berlin (kobinet) "Die Ostermarschierer sind die fünfte Kolonne Wladimir Putins, politisch und militärisch" , meint FDP-Politiker Alexander Graf Lambsdorff. In einem Gastbeitrag für die Wochenzeitung ZEIT schreibt der Vize-Chef der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag: "Wenn Ostermarschierer jetzt Abrüstung fordern und in Interviews vorschlagen, die Ukraine 'gewaltfrei zu unterstützen', spucken sie den Verteidigern Kiews und Charkiws ins Gesicht."

Seit über 60 Jahren gibt es Ostermärsche. Doch dieses Jahr sind sie wichtiger denn je. Die Idee der Ostermärsche ist über 60 Jahre alt – doch der Krieg gegen die Ukraine zeigt, dass sie heute so aktuell ist wie damals: Gemeinsam ein Zeichen für den Frieden setzen, gegen Aufrüstung und militärische Abschreckung. So argumentiert Greenpeace. Deren Aktivisten waren bei den bisherigen Massen-Protesten gegen den verbrecherischen russischen Überfall auf die Ukraine dabei. Sie gehen ebenso zu Ostern wieder auf die Straße.

1958 organisierte die „Campaign for Nuclear Disarmament“ (Kampagne für atomare Abrüstung) den ersten, dreitägigen Ostermarsch mit 10.000 Menschen von London zur Atomwaffenfabrik Aldermaston. Zwei Jahre später bringt der Quäker Konrad Tempel das Konzept nach Deutschland. Am 15. April 1960 starten Gruppen in Hamburg, Bremen, Hannover und Braunschweig zum „Ostermarsch der Atomwaffengegner“.

Drei Tage wandern sie zum Truppenübungsplatz Bergen-Hohne. Sie protestieren gegen dort geplante Tests mit Raketen für Atomsprengköpfe, noch dazu in der Nähe des ehemaligen Konzentrationslagers Bergen-Belsen. „Wir wollten den Frieden in die eigenen Hände nehmen“, erinnert sich Tempel.

In den Folgejahren kommen immer mehr Menschen aus allen Schichten der Gesellschaft zu den Ostermärschen, 1968 sind es beeindruckende 300.000. Prominente wie Erich Kästner, Martin Niemöller und Joan Baez sind dabei. Ende der 1980-er Jahre bringt der Nato-Doppelbeschluss erneut Massen auf die Straße. Auch Greenpeace ist ab seiner Gründung in Deutschland 1981 regelmäßig mit dabei.

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdfkmt9