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Welchen Rang Wissen über Behinderung in Deutschland einnimmt

Portraitfoto des Bundestagsabgeordneten Sören Pellmann
Sören Pellmann, Die Linke, MdB
Foto: Inga Haar / Deutscher Bundestag

BERLIN (kobinet) Das Themenfeld der "Disability Studies", des Forschens über und zu Behinderung, nimmt auch in Deutschland einen immer wichtiger Platz ein. Aber welchen Platz genau ? Das hat der Bundestagsabgeordnete und behindertenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Sören Pellmann, die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage gefragt.

In der Antwort auf diese Kleine Anfrage stellt die Bunderegierung fest, dass die Disability Studies in Deutschland einen wertvollen Beitrag zur Erforschung von Diskriminierungsrisiken und Benachteiligungserfahrungen von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft leisten.

Zugleich muss die Bundesregierung aber feststellen, dass die fachliche Zuordnung sowohl des Hochschulpersonals als auch der Studierenden in der Hochschulstatistik nach einem bundeseinheitlichen Schlüsselverzeichnis erfolgt, mit dem die derzeit rund 20.000 Studiengänge von den Hochschulen, an denen sie angeboten werden, rund 400 Studienfächern zugeordnet werden. Ein eigenes Studienfach „Disability Studies“ ist weder im bundeseinheitlichen Schlüsselverzeichnis der Studienfächer beziehungsweise Fachgebieten noch in den von einigen Ländern geführten landesspezifischen Schlüsselverzeichnissen enthalten.

Das stellt den Bundestagsabgeordneten nicht zufrieden. "Wenn die Bundesregierung erklärt, dass Disability Studies in Deutschland einen wertvollen Beitrag zur Erforschung von Diskriminierungsrisiken und Benachteiligungserfahrungen von Menschen mit Behinderungen in der Gesellschaft leisten, dann sollte sie endlich auch etwas für die Förderung und die Steigerung des Stellenwertes von Disability Studies (DS) in der Hochschulpolitik tun", stellt Sören Pellmann dazu fest.

Weiter erklärt die LINKE-Politiker: "Ich verstehe nicht, warum Disability Studies noch immer aus der Hochschulstatistik ausgeklammert werden, obwohl es mehrere DS-Professuren in Deutschland gibt. Ich erwarte von der Ampel-Regierung, dass sie dafür sorgt, dass das Verständnis von Behinderung in der Forschung und den entsprechenden Institutionen geändert wird, dass der Bund nur noch Forschungen zum Thema Behinderung mit DS-Bezug fördert, DS in die Hochschulstatistik als Fach aufgenommen wird und neben der Situation von Studierenden mit Behinderungen auch die Situation von Akademiker*innen und Wissenschaftler*innen mit Behinderungen erforscht werden."

BERLIN (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdklz58