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Unfassbare Not braucht viel mehr Beachtung

Ukraine
Wappen der Ukraine
Foto: public domain

Berlin (kobinet) Dem entsetzlichen Krieg in der Ukraine sind Menschen mit Behinderung besonders schutzlos ausgeliefert. Ob sie nun bei ihrer Familie leben oder in Einrichtungen der Behindertenhilfe, sie können sich weder allein versorgen noch selbst in Sicherheit bringen. Darauf macht die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe, Ulla Schmidt, aufmerksam. Sie appelliert: "Menschen mit Behinderung und ihre Familien dürfen in dieser dramatischen Situation nicht ihrem Schicksal überlassen werden. Ihre unfassbar große Not braucht viel mehr Beachtung.“

Viele der örtlichen Lebenshilfe-Vereine leisteten bereits jetzt aktive Unterstützung, und jeden Tag kommen neue hinzu. So hat etwa die Lebenshilfe Ostallgäu-Kaufbeuren, die seit vielen Jahren zwei Partnerorganisationen in der westukrainischen Region Tscherniwzi unterstützt, behinderte Kinder zusammen mit ihren Müttern aus der Ukraine nach Kaufbeuren gebracht.

In Polen befänden sich nach Informationen der Lebenshilfe aktuell viele geflüchtete Menschen mit Behinderung, manche mit ihren Familien, andere mit ihren Betreuerinnen und Betreuern aus Einrichtungen. Da sie in Polen nicht versorgt werden können, werden dringend Unterbringungsmöglichkeiten bei Organisationen der Behindertenhilfe in Deutschland gesucht.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe bittet darüber hinaus, sich vor Ort auf Geflüchtete mit Behinderung vorzubereiten. Über soziale Medien gehen bereits Anfragen aus der Ukraine direkt bei deutschen Organisationen ein.

Mehr zu den Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten für Menschen mit Behinderung aus der Ukraine ist auf der Webseite www.lebenshilfe.de zu finden.

Die AG Selbst Aktiv von behinderten Menschen in der SPD fordert, Busse und Züge, die den Bedarfen mobilitätseingeschränkter Menschen gerecht werden, in unterschiedlichen Regionen der Ukraine einzusetzen. Es müsse gewährleistet werden, dass Flüchtenden auch gezielt barrierefreie Fahrzeuge bereitgestellt werden, fordert der Sprecher der AG Karl Finke. Personen im Rollstuhl oder mit weiteren Körperbehinderungen, hör- und sehbehinderte Menschen seien häufig auf Mittel zur barrierefreien Mobilität angewiesen, heißt es in einer Presseinformation von Selbst Aktiv.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

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