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EUTB-Bamberg: Gut vernetzt und breit aufgestellt

Elisabeth Seemüller mit Führhund Ofca und Roman Kollar vor der EUTB Bamberg
Elisabeth Seemüller mit Führhund Ofca und Roman Kollar vor der EUTB Bamberg
Foto: omp

Bamberg (kobinet) Ende Januar 2022 konnte die Fachstelle Teilhabeberatung die 500.000. Beratung durch die seit Anfang 2018 arbeitenden über 500 ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstellen (EUTB) in Deutschland vermelden. kobinet-Redakteur Ottmar Miles-Paul hat die EUTB des Erlanger Zentrum für selbstbestimmtes Leben Behinderter (ZsL) in Bamberg besucht und mit den beiden Peer-Berater*innen Elisabeth Seemüller und Roman Kollar über ihre gut vernetzte und breit aufgestellte Arbeit gesprochen.

Nach der Übernahme der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatungsstelle, die vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales gefördert wird, durch das ZsL Erlangen vor knapp 1 ½ Jahren und dem Umzug in barrierefreie Räumlichkeiten findet man nun die Beratungsstelle in hellen, sehr zentral gelegenen Räumen im Herzen der Weltkulturerbestadt in der Hellerstraße 13 in Bamberg. Im Gespräch mit den beiden Berater*innen wurde schnell deutlich, dass hier verschiedene Kompetenzen und ein hoher Grad an Vernetzung in der Region zusammenkommen. Ähnlich wie andere ergänzende unabhängige Teilhabeberatungsstellen geht es in der Beratung einerseits häufig um allgemeine Fragen zu Leistungen für behinderte Menschen und entsprechende Angebote, andererseits aber auch oft um den Umgang mit der eigenen Behinderung. Sei es die Beantragung eines Schwerbehindertenausweises, Informationen über entsprechende Nachteilsausgleiche oder um Belastungen in der momentanen Lebenssituation, all dies sind Themen in der Beratung.

Aktuell müssen sich die Ratsuchenden und Berater*innen der EUTB aber auch verstärkt mit Problemen aufgrund des Personalmangels bei der Deckung des Assistenzbedarfs befassen, wenn beispielsweise einzelne Leistungserbringer nicht mehr genug Personal haben, um die vereinbarten Leistungen zu erbringen. Hier konnte in der Vergangenheit zum Teil das know how der Berater*innen in Sachen Persönliche Budgets helfen, um eigenständig entsprechende Hilfen zu suchen und zu organisieren. So konnte die akute Not zum Teil gelindert werden. Aber nicht nur mit dem Persönlichen Budget, sondern auch mit dem Budget für Arbeit haben die Berater*innen bereits Erfahrungen gemacht. So ist es beispielsweise gelungen, die Beantragung eines Budgets für Arbeit zu unterstützen und damit eine alternative sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt statt in einer Werkstatt für behinderte Menschen zu ermöglichen. Es wurde aber auch deutlich, dass es zum Teil nicht einfach ist, den Arbeitgeber*innen genau zu vermitteln, dass auch sie vom Budget für Arbeit profitieren.

Entsprechende Kompetenzen in Sachen Hilfsmittel und Umgang mit einer Sehbeeinträchtigung bringt die selbst blinde Beraterin Elisabeth Seemüller ein. Früher hat sie in einer Beratungsstelle des Bayerischen Blinden- und Sehbehindertenbundes gearbeitet und kennt so die verschiedenen Angebote und Möglichkeiten. Vor allem ist sie aufgrund ihres jahrelangen persönlichen Engagments sehr gut in Bamberg vernetzt. Wenn es also mal irgendwo klemmt, sind die Drähte in Bamberg meist sehr kurz. So telefonieren die Berater*innen beispielhaft häufig mit den Behindertenbeauftragten der Stadt und des Landkreises bzw. melden sich diese bei ihnen, um anstehende Fragen bzw. Probleme auf dem kurzen Wege gemeinsam zu lösen. Aber auch zur Stadt, zum Landkreis sowie zu anderen Kostenträgern bestehen sehr gute Kontakte, die den Beratungsprozess immer wieder beflügeln. So konnten vielen behinderten Menschen bereits einige Türen zu mehr Teilhabe geöffnet werden.

Größere Probleme stellen die Peer-Berater*innen der EUTB des ZsL in Bamberg derzeit in der Region im Bereich Wohnen und den damit verbundenen nötigen Unterstützungen für behinderte Menschen fest. Es gäbe hier zum einen oftmals keine passgenaue Angebote für Menschen mit unterschiedlichen Behinderungen. Zum anderen ist auch hier die Personalnot groß, so dass Wartelisten entstehen. Auch das Thema des mangelnden barrierefreien Wohnraums spielt dabei eine entsprechende Rolle. Einig waren sich Roman Kollar und Elisabeth Seemüller darin, wie wichtig es ist, dass sie den Ratsuchenden eine wirklich unabhängige Beratung anbieten können. Sie sind nämlich keinem Anbieter von Dienstleistungen, keinem Kostenträger und auch keinem Verein verpflichtet, bei dem die Ratsuchenden zu einer Mitgliedschaft überredet werden sollen. Das sei eine zentrale Voraussetzung für eine wirklich unabhängige Beratung im Sinne der Betroffenen.

Link zu weiteren Infos zur Arbeit der Bamburger EUTB des ZsL auf Facebook: https://www.facebook.com/EUTB-Bamberg-103163428559037

Link zu Infos über das Angebot der EUTBs des ZsL Erlangen: https://eutb.zsl-erlangen.de/ueber-uns

Link zur Adresse der EUTB des ZsL in Bamberg: https://eutb.zsl-erlangen.de/eutb-bamberg

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