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Gedenken für „Euthanasie“-Opfer

Gedenk- und Informationsort für die 'Euthanasie'-Opfer
Gedenk- und Informationsort für die 'Euthanasie'-Opfer
Foto: Irina Tischer

Berlin/Haar (kobinet) Am Holocaust-Gedenktag am 27. Januar wird an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz durch die Rote Armee vor 77 Jahren erinnert und der weltweiten Opfer des nationalsozialistischen Unrechtsregimes gedacht. Die AG Selbst Aktiv von Menschen mit Behinderungen in der SPD Berlin wird an diesem Tag ebenfalls einen Kranz am Gedenk- und Informationsort für die Opfer der nationalsozialistischen "Euthanasie“-Morde in der Tiergartenstraße 4 in Berlin-Tiergarten niederlegen. Auch an der “Heilanstalt” Eglfing-Haar soll vom Behindertenverband Bayern am 27. Januar um 17:30 Uhr ein Kranz niedergelegt werden.

"Mitglieder des Landesvorstandes der 'AG Selbst Aktiv - Menschen mit Behinderungen in der SPD Berlin' legen einen Kranz mit der Schleife 'Wir gedenken, trauern und mahnen' nieder und gedenken der Opfer. Erinnert wird auch an aus Berlin stammende ermordete Kinder und Erwachsene. Wir Selbst Aktive fordern Inklusion von Anfang an. Denn Inklusion ist Demokratie. Unsere Politik und Gesellschaft müssen sich überall und zu jeder Zeit für eine diskriminierungsfreie Partizipation, Inklusion, Barrierefreiheit und die volle, wirksame und gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen mit Beeinträchtigungen in ihrer Vielfalt stark machen. So haben menschenverachtende Ideologien wie jene der Euthanasie heute und in Zukunft keine Chance", heißt es in einer Presseinformation von Selbst Aktiv Berlin.

In der Tiergartenstraße 4 befand sich ab April 1940 die Zentrale für die Organisation, die unter dem Decknamen "T4“ den Massenmord initiierte, koordinierte und durchführte. Die sogenannte Euthanasie war das erste systematische Massenverbrechen der Nazis. Sie gilt als Vorstufe zur Vernichtung der europäischen Juden. Adolf Hitler gab mit einem auf den 1. September 1939 - dem Tag des Überfalls auf Polen, mit dem der Zweite Weltkrieg begann - zurückdatierten Schreiben unter dem Codenamen "Aktion T4" die Ermächtigung zum systematischen Massenmord und Zwangssterilationen an Menschen, deren Leben die Nationalsozialisten als nicht lebenswert betrachteten. Bereits bis 1941 wurden 70.000 Menschen in Anstalten vergast oder durch Medikamente und Giftspritzen getötet. Die sogenannte Euthanasie war das erste systematische Massenverbrechen der Nazis. Sie gilt als Vorstufe zur Vernichtung der europäischen Juden. Zwischen 1939 und 1945 wurden im Deutschen Reich und im deutsch besetzen Europa rund 300.000 Patient*ìnnen aus öffentlichen Heil- und Pflegeanstalten und ihren extra eingerichteten "Hungerhäusern“ sowie "rassisch“ und sozial unerwünschte Menschen als "lebensunwert“ perfide ermordet, heißt es in der Information von Selbst Aktiv Berlin. Und weiter: "Die Täter*innen lebten unter uns Deutschen, waren Ärzte, waren Pflegekräfte. Viele lebten auch nach der NS-Zeit als geachtete Bürger*innen weiter unter uns."

Patricia Koller vom Behindertenverband Bayern teilte mit: "Wir planen für den 27.1.2022 eine Kranzniederlegung für die Euthanasieopfer der 'Heilanstalt' Eglfing-Haar. Am Veranstaltungstag treffen wir uns um 17:30 Uhr vor dem Verwaltungsgebäude des kbo-Klinikums in Haar und gehen dann gemeinsam zum Denkmal."

Berlin/Haar (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sjnpvy1