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Foto: LWL Landesverband Westfalen Lippe

Gütersloh (kobinet) Yannick Vossdahls war schon immer klar, dass er "irgendetwas Praktisches nach der Schule machen möchte". Das hat er nun geschafft und eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik begonnen. Unterstützt hat den 20-Jährigen mit Behinderung das NRW-weite Programm "Kein Abschluss ohne Anschluss - Übergang Schule-Beruf" (KAoA-STAR), das der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) koordiniert, wie der Verband mitteilt.

Dabei profitierte Yannick Vossdahls nach Informationen des LWL neben dem praxisorientierten Schulkonzept an dem Förderzentrum zur individuellen Lebensgestaltung und Berufsbildung (FiLB) in Gütersloh (Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Geistige Entwicklung) von einer zusätzlichen vertieften Berufsorientierung über das Programm KAoA-STAR, das die Fachkräfte des Integrationsfachdienstes begleiten und umsetzen.

Am Anfang stand die dem Bericht zufolge die Potentialanalyse. Dabei fanden die Beteiligten nicht nur heraus, welche Fähigkeiten und Kompetenzen Vossdahls hat, sondern auch über welches Leistungsvermögen er verfügt. Schnell war klar, dass es irgendetwas Handwerkliches sein sollte. Was genau, das konnte er herausfinden, indem er ganz unterschiedliche Bereiche ausprobieren konnte: Holz, Metall, Friseur, Maler, Elektro und Hauswirtschaft. Danach war ihm klar, dass es eine handwerkliche Tätigkeit auf dem Bau sein sollte. Deshalb haben seine Schule und der Integrationsfachdienst Bielefeld/Gütersloh eine Kennlern-Woche im Bielefelder Handwerker-Bildungszentrum organisiert.

Hier konnte Yannick Vossdahls an mehreren Tagen mit Auszubildenden zusammenarbeiten: Mit den Maurern und den Zimmerern. Er baute Nistkästen, Werkzeugkoffer und lernte erste Kenntnisse über das Pflastern und Mauern. Dabei konnte er mit seinem handwerklichen Geschick überzeugen. Und zwar nicht nur die anderen Jugendlichen, sondern vor allem die Meister und Anleiter:innen. In der anschließenden Berufswegekonferenz brachte Vossdahls es sofort auf den Punkt: "Am liebsten will ich eine Ausbildung im Handwerk machen." Der Funke sprang über, bei der Vorstellung, eine Ausbildung zum Gerüstbauer zu machen. Dass er schwindelfrei ist, ist dabei zwar nur ein, aber auch ein ganz wichtiger Aspekt. Mit Unterstützung von Dirk Lange-Mensing vom Integrationsfachdienst bekam Vossdahls ein Praktikum bei der Firma Dalkmann in Gütersloh. Vossdahls half hier beim Auf-, Um- und Abladen der LKW, beim Sortieren der Gerüstteile und auch beim Abbau von Gerüsten auf den Baustellen. Er lernte ganz nebenbei auch die Tätigkeit im Lager kennen. Auch hier waren die Rückmeldungen durchweg positiv: "Er bereichert unser Team", sagten nicht nur die Mitarbeitenden der Firma, sondern auch der Geschäftsführer Klaus Dalkmann und seine Tochter Nadine Tentrup. "Wir möchten ihm unbedingt eine Ausbildung anbieten."

Das Praktikum hat Vossdahls dem LWL-Bericht zufolge Einblick gegeben in eine Tätigkeit, die er nicht richtig kannte: die des Fachpraktikers für Lagerlogistik. Dass der junge Mann bereits seit einigen Jahren einen Führerschein und ein eigenes Auto hat und auch Baufahrzeuge fahren darf, war in diesem Fall ein großer Vorteil. Yannick Vossdahls hat es geschafft, sich trotz Corona eine gute Anschlussperspektive zu erarbeiten. Seit August 2021 absolviert er nun eine Ausbildung zur Fachkraft für Lagerlogistik. Hier kann er seine Qualitäten und Fähigkeiten bestmöglich einsetzen und zeigen, berichtet der LWL.

Hintergrund zum LWL

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 18.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet, wie der Verband mitteilt.

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