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Hintergründe zum Hungerstreik des Gehörlosen Steffen Helbing

Steffen Helbing am Bundeskanzleramt
Steffen Helbing am Bundeskanzleramt
Foto: privat

Berlin (kobinet) Am 19. Oktober 2021 ist der gehörlose Aktivist Steffen Helbing nach einer vergeblichen zweiwöchigen Mahnwache vor dem Bundestag nun vor dem Bundeskanzleramt in den Hungerstreik getreten. Er fordert umfassende gesellschaftliche Teilhabe für gehörlose Menschen, wie sie eigentlich von der UN-Behindertenrechtskonvention schon längst vorgeschrieben, aber immer noch nicht umgesetzt ist. Darauf weist der Deutsche Gehörlosen-Bund (DGB) hin und erläutert die Hintergründe zum Hungerstreik.

"Ich trete in den Hungerstreik, weil ich müde geworden bin. Seit über 16 Jahren bin ich ehrenamtlich aktiv, sowohl politisch als auch privat. Doch geändert hat sich nicht viel. Die Teilhabe von gehörlosen Menschen am gesellschaftlichen Leben ist weiterhin stark eingeschränkt.“ Das hat Steffen Helbing in einem Manifest geschrieben, das er Interessenten aushändigt. Dafür das Mittel des Hungerstreiks zu wählen, ist nach Ansicht des Deutschen Gehörlosen-Bund ein gefährlicher Schritt, da mit einem konsequenten Hungerstreik gesundheitliche Risiken bis hin zum Tod verbunden sein können. Wenn ein politisch so aktiver Mensch wie Steffen Helbing es nicht mehr aushält und aus schierem Protest aufhört, Nahrung zu sich zu nehmen, wie schlimm muss die Lage dann erst für all diejenigen sein, die noch schlimmer betroffen sind als er? Das fragt der Verband in einer Presseinformation.

Steffen Helbings Hungerstreik sei nur die Spitze des Eisbergs. "Wir wollen ihn dabei unterstützen, seine Botschaft und seine Forderungen an die Politik und die Öffentlichkeit heranzutragen, da wir es uns als Gemeinschaft nicht leisten können, auch nur ein Leben zu verlieren. Sein Anliegen und die Sache der Gehörlosen sollen die Aufmerksamkeit bekommen, die ihnen gebührt", heißt es vonseiten des Deutschen Gehörlosen-Bund. Deshalb wird es haute am 27. Oktober einen Pressetermin für Steffen Helbing geben, bei dem Dolmetscher*innen für Deutsch und Deutsche Gebärdensprache anwesend sind, um Gespräche von Presse und Politik mit Steffen Helbing zu dolmetschen.

Der Pressetermin findet heute am 27. Oktober 2021 von 14:00 bis 16:00 Uhr am Pavillon von Steffen Helbing vor dem Bundeskanzleramt in der Willy-Brandt-Straße 1 in unmittelbarer Nähe des Hauptbahnhofs von Berlin statt. Dabei wird es eine Gelegenheit geben, Steffen Helbing Fragen zu stellen und ihm zuzuhören.

Mehr Informationen zum Hungerstreik gibt es in diesem RBB-Bericht vom 25.10.2021: https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2021/10/hungerstreik-berlin-kanzleramt-steffen-helbing-gebaerdendolmetscher.html

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sefk238