Werbung:
Banner Fotos für die Pressefreiheit 2020
Hilfsaktion für Hournalist'innen in Afghanistan
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Springe zum Inhalt

Erwerbsminderung darf nicht zur Armutsfalle werden

Logo SOVD
Logo SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.
Foto: SoVD-Landesverband Niedersachsen e.V.

HANNOVER (kobinet) Wer in Deutschland wegen einer Krankheit nicht arbeiten kann, bekommt eine Erwerbsminderungsrente. Diese ist jedoch oft so niedrig, dass die Betroffenen von Armut bedroht sind. Um finanziell über die Runden zu kommen müssen viele müssen deshalb mit Grundsicherung aufstocken. Nach Informationen des Sozialverband Deutschland (SoVD) sind in Niedersachsen mehr als 112.000 Menschen betroffen. Bisher steigt diese Zahl von der Tendenz steigend weiter an. Der SoVD Niedersachsen fordert deshalb gezielte Maßnahmen, um Altersarmut zu vermeiden.

Die Zahl derjenigen, die in Niedersachsen trotz Erwerbsminderungsrente Grundsicherung beantragen müssen, steigt seit velen Jahren kontinuierlich weiter an. Während es 2003 noch knapp 45.000 Menschen waren, bezogen 2018 mehr als 112.000 die ergänzende Leistung. Der Grund dafür besteht darin, dass die durchschnittliche Erwerbsminderungsrente in Deutschland derzeit bei nur rund 740 Euro monatlich liegt. Von Erwerbsminderung Betroffenen droht somit akute Armut.

„Um Altersarmut abzumildern, wurde eigentlich die Grundrente eingeführt. Das Problem ist, dass die meisten Erwerbsminderungsrentnerinnen und Erwerbsminderungsrentner gar keinen Anspruch darauf haben, weil sie die entsprechenden Versicherungszeiten nicht erfüllen können. Sie gehen also leer aus“, kritisiert Bernhard Sackarendt, Vorsitzender des SoVD in Niedersachsen. Seitdem die Bescheide zur Grundrente verschickt werden, zeige sich dieses Problem auch in der SoVD-Beratung sehr deutlich.

Niedersachsens größter Sozialverband fordert deshalb zwei Dinge von der Politik: „Es muss eine Mindestrente geben, die abgekoppelt ist von den Versicherungszeiten in der Rentenversicherung“, so Sackarendt. Außerdem müsse nach Sackarendts Worten endlich eine Erwerbstätigenversicherung eingeführt werden, in die alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer einzahlen. „Nur so kann Altersarmut wirksam verhindert werden“, ist sich der niedersächsische SoVD-Chef sicher.

HANNOVER (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/senort8