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Smartphone-Schulungen für Menschen mit einer Hörbehinderung

Gruppe älterer Menschen vor einer Tafel mit Lehrer
1Schritt für Schritt können die Teilnehmenden die Gesten des Referenten nachmachen.
Foto: Kommune Inklusiv Erlangen Elias Hesselt

Berlin (kobinet) Wie sah jetzt nochmal das Zeichen aus, das mich ohne Kabel mit dem Internet verbindet? Und wie komme ich nochmal zu den Einstellungen? Die Meisten kommen mit ihrem Smartphone gut zurecht, ohne viel darüber nachzudenken. Viele sind seit Jahren damit vertraut, die sogenannten „Digital Natives“ sogar damit aufgewachsen.

Gastbeitrag von Elias Hesselt

Doch gerade für Ältere ist das alles andere als selbstverständlich. Deshalb besuchten ältere Menschen aus der Selbsthilfegruppe Schwerhörige, Ertaubte, CI-Träger Erlangen eine Schulung, organisiert von der Kommune Inklusiv Erlangen, die genau das ändern soll. Der ursprüngliche Bedarf für den Kurs entstand durch die Maßnahmen in der Coronapandemie. Sich nicht mehr treffen zu dürfen ist gerade dann enttäuschend, wenn einige Mitglieder noch nicht gut genug mit der Technik umgehen können. Für Android und IOS-Systeme gab es dafür einen jeweils dreiteiligen Workshop mit Induktionsanlage, damit die Teilnehmenden ihre Hörgeräte damit verbinden können und alle Tipps und Anleitungen besser verstehen. Bastian Bürger, ein Referent von der vhs Erlangen, spiegelt sein Smartphone auf ein digitales Whiteboard, so kann jeder im Raum sehen, was gerade auf dem Smartphone passiert.

Es geht dabei um grundsätzliche Mechaniken, die für die Bedienung des Geräts erforderlich sind: Wie muss ich herunterwischen, damit ich in den Flugmodus komme? Wie komme ich in meine Kontaktliste? Für viele Menschen scheint das erst einmal selbsterklärend, aber wie soll man sich erschließen können, dass das Zeichen für Bluetooth, mit dem man sich mit anderen Geräten verbinden kann, aus zwei Runen besteht, die für die Initialen eines dänischen Königs im zehnten Jahrhundert stehen. Auch andere Zusammenhänge sind anfangs erst einmal Übungssache, Intuition setzt immer auch gewisse Grundkenntnisse voraus.

„Für die Teilnehmer ist es wichtig, untereinander kommunizieren zu können, Internet ist ein großes Thema“ erzählt Bastian Bürger, während er nach dem zweiten Teil des Android-Workshops seine Ausrüstung zusammenpackt. Geduldig ging er die letzten zwei Stunden zu jedem Teilnehmenden, der um Hilfe bat und versuchte, jedes Problem zu lösen.

Jeder Teilnehmende darf ihm jederzeit eine Nachricht per Whatsapp schicken, sollte zuhause ein neues Problem auftreten. Das ist nicht immer einfach, verschiedene Smartphone-Marken haben unterschiedliche Betriebssysteme, doch diese Unterschiede stellen meist nichts anderes als eine weitere kleine Herausforderung dar, die überwunden werden kann. Am Ende des Android-Workshops wird Herr Bürger mit zwei Flaschen Wein beschenkt, seine Schulung kam gut an.

Die zweite Workshopreihe befasste sich dann mit Apple-Geräten. Am Prinzip änderte sich dadurch aber nichts, weiterhin wurden Fragen beantwortet, Apps und Abkürzungen zu neuen Funktionen gezeigt.

Gastautor Elias Hesselt ist dualer Student und wirkt bei der Kommune Inklusiv Erlangen www.erlangen-inklusiv.de .

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/scgrt56