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Ökumenisch erarbeitete Bibeltexte in Leichter Sprache für den Ökumenischen Kirchentag

Blick über eine Versammlung zur Bibelarbeit in Leichter Sprache, Podium und Menschen davor
Bei der Bibelarbeit in Leichter Sprache zum Deutschen Evangelischen Kirchentag vor Corona
Foto: Michael Hofmann

Berlin (kobinet) Uns bat der Autor Michael Hofmann aus Dortmund , einen Bericht über Leichte Sprache beim Ökumenischen Kirchentag zu bringen. Danke für den Bericht.

Erstmals haben katholische und evangelische Expert*innen für Leichte Sprache zusammen eine ökumenische Übertragung biblischer Texte in Leichte Sprache erstellt.
Aufgrund der Corona-Pandemie findet der ökumenische Kirchentag 2021 vorwiegend digital statt. Es gibt diesmal keine Bibelarbeiten in Leichter Sprache "in Präsenz" sondern digital.

In dieser Woche findet in Frankfurt der Ökumenische Kirchentag statt. Die neun Bibeltexte für diese Veranstaltung wurden, wie auch bei Kirchentagen und Katholikentagen, in Leichte Sprache übertragen. Neu war, dass ökumenisch an der Fassung in Leichter Sprache gearbeitet wurde.

Sechs Wochen standen für die Übertragung der Texte zur Verfügung und zum ersten Mal arbeiteten Expert*innen mit katholischer und evangelischer Heimat zusammen. Für die katholischen Expert*innen vom Verein „Evangelium ist Leichter Sprache“ war es zunächst wichtig, besonders an einer guten Verständlichkeit der Texte zu arbeiten. „Wir haben Vereinfachungen gesucht und `Gedankenbrücken gebaut“, so Dieter Bauer vom Verein, „damit die zum Teil komplexen Texte gut zu verstehen sind. Das war beim Text 1. Johannesbrief 4,11-21 eine echte Herausforderung.“ Aus einer Arbeitsgruppe für Leichte Sprache des Kirchentages kamen die evangelischen Expert*innen. In dieser Gruppe wird traditionell auf eine gute Lesbarkeit von Texten geachtet. „Durch extrem kurze Sätze und kurze und sehr bekannte Wörter wollen wir die Möglichkeit verbessern, dass Menschen mit geringer Lesekompetenz die Texte selbstbestimmt lesen können“, so Michael Hofmann von der Arbeitsgruppe.

Oft wurden die Mitglieder der ökumenischen Gruppe gefragt, ob die Zusammenarbeit jetzt auch zu ökumenischen Bibeltexten geführt habe, denn in katholischen und evangelischen Kirchen erfolgen Lesungen meist aus unterschiedlichen Bibelübersetzungen. Für Michael Hofmann geht es nicht um die Frage, `Katholisch oder Evangelisch: „Bei allen Gemeinsamkeiten im Glauben konnten wir uns darauf konzentrieren, das kaum Sagbare und das eigentlich Unbegreifliche so in Leichte Sprache zu übertragen, dass es gut verständlich und einfach lesbar ist.“ Dieter Bauer sieht das ähnlich: „Es ist bei Leichter Sprache zwingend, genauer hinzuschauen, tiefgehender verstehen zu wollen und verständlicher zu benennen: Leichte Sprache ermöglicht nach diesem Prozess der Text-Transformation vielfach biblische Texte frisch zu sehen, Neues zu entdecken.“

Die abschließende Freigabe von Texten in Leichter Sprache erfolgt bei Katholikentagen und Kirchentagen von Menschen mit Lernschwierigkeiten. Durch die Corona-Pandemie konnte die Zertifizierung der Texte für den Ökumenischen Kirchentag leider nicht stattfinden.

Alle Texte finden sich in einer Broschüre des Ökumenischen Kirchentages (online_210129-exegetischeskizzen-a4.pdf (oekt.de)) und auf der Website oekt-barrierefrei.de.

Am 15. Mai kann ab 08:00 Uhr auf www.oekt.de eine Bibelarbeit in Leichter Sprache als Video aufgerufen werden. Die Bibelarbeit ist mit Nils Lorenz (Bewohner der Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, Bielefeld) und Dr. Johanna Will-Armstrong (Pastorin, Bielefeld) erarbeitet.

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/saeqvwx