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3. Symposium Partizipativer Landschaftstrialog Psychiatrie und psychosoziale Versorgung

Logo partizipativer Landschaftstrialog
Partizipativer Landschaftrialog
Foto: Kellerkinder e.V.

Berlin (kobinet) Der Partizipative Landschaftstrialog ist ein Projekt der Selbstvertretungsorganisation Kellerkinder e. V. Berlin.

In unserem gleichberechtigten Austausch über Verbesserungen der psychiatrischen und psychosozialen Versorgungslandschaft durch die Umsetzung der Menschenrechte machen Beteiligte aller Interessengruppen mit.

Bereits seit der Auftaktveranstaltung realisieren wir alle Treffen und Veranstaltungen online. Über ein Jahr hinweg haben sich Teilnehmende in sechs Arbeitsgruppen getroffen und enorm viel und vielseitig über ihre Erfahrungen diskutiert. Insgesamt sind wir ca. 60 Teilnehmende in den Arbeitsgruppen und kommen aus allen Ecken der Bundesrepublik. Wir können uns auch über Online-Besuche aus der Schweiz und Italien freuen.

Sowohl die Auftaktveranstaltung, als auch das 1. und 2. Symposium fanden großen Zuspruch. Alle technischen Hürden haben wir bisher gemeistert. Zu den Symposien kommen Referent*innen aus Politik, Verbänden und der Selbstvertretung hinzu. Durch Livestreams unserer Veranstaltungen können noch mehr Menschen teilnehmen. Bisher sind von den allermeisten Arbeitsgruppen Protokolle erstellt worden. Jetzt sind wir partizipativ auf dem Weg, unsere Forderungen herauszukristallisieren.

Es ist nicht immer einfach, in sechs Arbeitsgruppen und in Gesamttreffen auf den Symposien, gleichberechtigte Entscheidungen zu treffen, und das alles online. Wir staunen dennoch, wie viele Erfahrungen in partizipativen Arbeitsprozessen wir mit den Beteiligten sammeln konnten und weiterhin sammeln werden. Wir sehen inzwischen wie vielfältig Teilnehmende sich weiter vernetzt haben und wie Menschen auch mit anderen Beeinträchtigungen das Projekt stärken.

Besonders freuen wir uns, dass sowohl Mental Health Europe (siehe S.12) als auch die Menschenrechtskommissarin des Europarats den Landschaftstrialog als gutes Beispiel für politische Partizipation herausstellen.

Unser Ziel ist es, den Menschenrechten der UN-BRK gerecht zu werden. Eines der im Projekt entwickelten Leitthemen ist: ‘‘weg von paternalistischen Versorgungsmodellen und hin zu einer niedrigschwelligen Unterstützungslandschaft, die sich auf die Bedürfnisse der Menschen mit psychischen Krisenerfahrungen sowie Behinderungen ausrichtet‘‘.

Dabei geht es besonders um folgende Lebensbereiche:

- das Selbstbestimmungsrecht aller Menschen mit Behinderungen und die Wertschätzung anstelle von Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen, auch von Menschen mit ungewöhnlichem Krisenerleben

- eigene Entscheidungsmacht für Menschen mit Behinderungen bei Entscheidungen die ihr Leben betreffen, wenn erforderlich mit unterstützter Entscheidungsfindung

- gleichberechtigte und wirksame Partizipation an politischen und gesetzgeberischen Prozessen, die das Leben von Menschen mit Behinderungen beeinflussen

- Stärkung von professionell tätigen Menschen, die menschenrechtskonforme Unterstützungsformen ermöglichen wollen und dabei Hierarchien in Frage stellen

- innovative Finanzierungsmodelle für niedrigschwellige, menschlich wertschätzende Unterstützung und Assistenz, die Menschen mit psychischen Problemen oder Beeinträchtigungen bei ihrem selbstbestimmten Leben ermutigen

- Miteinbeziehung von Angehörigen in Situationen, in denen ihre Unterstützung gebraucht wird, sofern von Menschen mit psychischen Problemen oder Beeinträchtigungen gewollt, sowie Unterstützung von Angehörigen in ihren eigenen Problemstellungen

- Schulungen in Menschenrechtsfragen, insbesondere für medizinisch, juristisch und betreuerisch Tätige, unter verpflichtender Leitung oder Einbeziehung von Menschen mit individuellem sowie mit anderen geteilten Erfahrungswissen

- Deutlich mehr Inklusion in verschiedenen Bildungs- und Arbeitswirklichkeiten, selbstbestimmtes Leben in selbst gewählten Wohnumfeld, jeweils mit selbst gewählten Assistenzleistungen, so diese gebraucht werden

Um unseren Forderungen und Umsetzungsmöglichkeiten näher zu kommen, veranstalten wir am Freitag den 23. April unser 3. Symposium. Auch dieses Mal haben wir Expert*innen eingeladen um weiter zu diskutieren und Wege zu zeichnen.

Das 3. Symposium wird als Livestream übertragen und im Nachhinein Online gestellt.

Link zum Livestream: https://vimeo.com/event/872426

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sgoqsx0