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Gespür für Gemeinsinn

Grafik zeigt Titel des neuen Buchs von Sahra Wagenknecht
Titel des neuen Buchs von Sahra Wagenknecht
Foto: campus

Berlin (kobinet) Auf der Jagd nach Twitter-Triumphen würden die großen sozialen Fragen verloren gehen. Das meint Sahra Wagenknecht in ihrem Buch „Die Selbstgerechten“, das morgen bei campus erscheint. Sie stellt darin ihr "Gegenprogramm - für Gemeinsinn und Zusammenhalt" zur Diskussion. Wagenknechts Attacke gegen sogenannte Lifestyle-Linke hat schon vorher für Wirbel im Feuilleton der Medien gesorgt.

"Urban, divers, kosmopolitisch, individualistisch – links ist für viele heute vor allem eine Lifestylefrage. Politische Konzepte für sozialen Zusammenhalt bleiben auf der Strecke, genauso wie schlecht verdienende Frauen, arme Zuwandererkinder, ausgebeutete Leiharbeiter und große Teile der Mittelschicht", heißt es in der Verlagsankündigung. "Wer sich auf Gendersternchen konzentriert statt auf Chancengerechtigkeit und dabei Kultur und Zusammengehörigkeitsgefühl der Bevölkerungsmehrheit vernachlässigt, arbeitet der politischen Rechten in die Hände."

Sahra Wagenknecht zeichnet in ihrem schon vor Veröffentlichung viel und kontrovers diskutierten Buch eine Alternative zu einem Linksliberalismus, der sich progressiv wähnt, aber die Gesellschaft weiter spaltet, weil er sich nur für das eigene Milieu interessiert und Diskriminierung aufgrund sozialer Herkunft ignoriert.

Einen Flügelstreit von Fans und Gegnern Sahra Wagenknechts gab es jetzt in Essen, als es in Nordrhein-Westfalen um die Kandidaten der Linkspartei für die Bundestagswahl ging. Die 51-jährige gebürtige Jenenserin, die heute an der Saar lebt, setzte sich in einer Kampfabstimmung gegen zwei Mitbewerberinnen durch und wurde vom Landesverband als Spitzenkandidatin für den Bundestag nominiert.

Viele Linke fühlten sich durch Wagenknechts Aussagen über "Identitätspolitik", die sich für "skurrile Minderheiten" engagiere und irgendwelchen "Marotten" anhänge vor den Kopf gestoßen, kommentierte die Tageszeitung "Neues Deutschland" in Berlin die Debatte in Essen.

Sahra Wagenknecht skizziert den Typus des Lifestyle-Linken mit groben Strichen, so heute die Frankfurter Rundschau. Und sie verschmäht kein Klischee, um die Akteure einer neuen politischen Arglosigkeit mit ihren Widersprüchen auf frischer Tat zu ertappen: „Was den Lifestyle-Linken in den Augen vieler Menschen so unsympathisch macht, ist seine offensichtliche Neigung, seine Privilegien für persönliche Tugenden zu halten und seine Weltsicht und Lebensweise zum Inbegriff von Progressivität und Verantwortung zu verklären.“

Die Autorin zieht über die "Lifestyle-Linke" her, und das auf herrlich wortgewandte Weise, schreibt Götz Aly in seiner Kolumne für die Berliner Zeitung. Für die selbstverliebten Kevin Kühnerts, Grünen und Linken, die sich darauf kaprizieren, an der deutschen Sprache herumzufummeln, habe Wagenknecht nichts übrig ...

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sbfv347