Werbung:
Banner Fotos für die Pressefreiheit 2020
Hilfsaktion für Hournalist'innen in Afghanistan
Cartoon Phil Hubbe Ausschnitt Rolli liest kobinet
Springe zum Inhalt

Erfahrungen mit drei Jahre EUTB

Rose Jokic mit ihrem Blindenführhund
Bild von Rose Jokic
Foto: privat

Köln (kobinet) Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) ist das Projekt, in welchem die Peer Counselorin Rose Jokic seit nunmehr drei Jahren bei Selbstbestimmt Leben Behinderter Köln arbeitet. Ein kleines Résumé der Beraterin zeigt, wie vielfältig die Tätigkeiten und Angebote der Beratungsstelle sind.

Ratsuchende haben unterschiedliche Anliegen und viele Fragen: Sei es im Vorfeld der Beantragung von Leistungen oder im Umgang mit der eigenen Situation und der der Angehörigen. So beantwortet die blinde Beraterin täglich Fragen auch am Telefon oder per E-Mail zu Zuständigkeiten von Ämtern, zu Hilfsmitteln und der Beantragung von Leistungen.

"Gerade im Bezug auf die Beantragung von Leistungen gilt es, Unsicherheiten zu erörtern. Die Erfahrungen mit komplexen Antragsverfahren von Leistungsträgern und wenig Verständnis für die Belange der Betroffenen lassen die Klient*innen oft im Dunkeln tappen“,so Rose Jokic.

Doch auch Erfolge stellen sich mit der Zeit ein. "Ob die erfolgreiche Unterstützung bei der Beantragung von Assistenz für ehrenamtliche Tätigkeiten oder die Zusage für eine berufliche Reha nach einer Erblindung – solche Leistungen helfen den Ratsuchenden enorm für ihre Teilhabe und zeigen, dass sich die Arbeit so richtig lohnt“, Rose Jokic freudestrahlend. "Ob das durchgeführte Mobilitätstraining oder der Umbau vom Kfz für den Weg zur Arbeit, ob Assistenz für das Studium oder ein Vorlese-Programm – all diese Dinge gehören genauso dazu, wie die Unterstützung im Umgang mit der eigenen Behinderung und der von Angehörigen“, resümiert Rose Jokic.

Viele Fragen lassen sich bereits während eines Telefonats oder in einer E-Mail klären. Oft ist es jedoch langwieriger. Neben Fingerspitzengefühl braucht man auch Geduld und Kontinuität im Beratungsprozess. "So kann es auch passieren, dass Ratsuchende sich zunächst einmal nur informieren, dann nach einiger Zeit erneut auf mich zukommen und mir berichten, dass sie für den weiteren Schritt bereit sind. Meine Behinderung kommt mir in solchen Situationen sehr zu Gute, denn auch ich kann gut nachvollziehen, wie aufwendig und kraftraubend es sein kann, sich immer wieder in den Begründungsdschungel zu begeben“. Immer wieder die eigene Situation beschreiben zu müssen, warum man welche Hilfsmittel braucht und wofür, wie häufig die Assistenz eingesetzt wird, warum sich der Pflege- oder Behinderungsgrad ändert etc. "Wenn ich an all die Ratsuchenden versuche zu denken, die mir in den letzten drei Jahren begegnet sind, so wird mir in erster Linie bewusst, wie eingeschränkt die Teilhabe von Menschen mit Behinderungen noch ist - und das trotz zahlreicher Erfolge in der Beratung. Menschen mit Behinderung sind auf Unterstützung angewiesen und wir als Beratende in der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung geben ihnen die Unterstützung, doch trotz vieler Erfolge und enormer Anstrengungen ist die Teilhabe für viele noch erschwert“.

Auf die Frage, was sie sich für die Beratung in der Zukunft wünscht, antwortet Rose Jokic: "Wenn ich mir als Beraterin in der ergänzenden unabhängigen Teilhabeberatung für die Zukunft etwas wünschen dürfte, dann wäre das, die Leistungen für meine Ratsuchenden zu erhalten, die ich mit ihnen gemeinsam beantrage und die ihnen zustehen“.

Rose Jokic ist eine von insgesamt vier Peer-Beraterinnen bei der EUTB-Selbstbestimmt Leben Behinderter Köln. Drei von ihnen sind Rollstuhlfahrerinnen. Alle vier sind qualifizierte Beraterinnen und auf Grund eigener behinderungsbedingter Erfahrung gut auf die unterschiedlichen Anliegen Ratsuchender vorbereitet. Auch während der Pandemie bieten sie Beratung per Telefon, E-Mail und Video an. Daneben haben sie für ihre Klient*innen und Interessierte alle zwei bis drei Wochen Austauschtreffen und Assistenzstammtische online ins Leben gerufen. So bleiben sie mit Ratsuchenden in Kontakt und schaffen eine Plattform, um gegenseitigen Austausch auch während der pandemiebedingten Einschränkungen zu ermöglichen.

Interessierte finden weitere Informationen zu den online-Treffen sowie zur EUTB-Selbstbestimmt Leben Köln unter https://www.eutb-sl-koeln.de/

Köln (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/safhjmz