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Impf-Aktion: Ein Jahr Corona – ein Jahr vergessen und ungehört

Symbolische Impf-Aktion vor dem BMG in Berlin
Bild von der symbolischen Impf-Aktion
Foto: Alexander Ahrens ISL

Berlin (kobinet) "Ein Jahr Corona - ein Jahr wurden behinderte Menschen in den Pandemie-Konzepten der Bundesregierung weitgehend vergessen und ungehört", dies bekräftigte die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) anlässlich einer heute am 16. März durchgeführten symbolischen Impfaktion vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin. Heute jährt sich der erste Lockdown; das Corona-Virus bestimmt seitdem den Alltag aller Menschen.

"Viele Menschen mit Behinderungen trifft das Virus seitdem ungebremst: bestehende Ungerechtigkeiten verschärften sich; statt Inklusion Exklusion. Seit dem 1. landesweiten Lockdown am 16. März 2020 lebt ein großer Teil von Menschen mit Behinderung isoliert - aus Sorge vor einer Covid-19-Infektion. Die Bundesregierung hat behinderte Menschen außerhalb von Wohn- und Pflegeheimen bei ihren Schutzkonzepten nicht bedacht", kritisiert die ISL. "Viele behinderte Menschen haben für sich oder auch für ihre Pflege- und Assistenzkräfte nicht genügend Schutzausrüstungen erhalten, es gab keine Schnelltests und nun wurde diese Gruppe auch noch bei der Impfpriorisierung trotz massiver Proteste übergangen. Der föderale Flickenteppich, der eine Impfung dieser Gruppe unter Umständen vorsieht, ist kompliziert. Das Impfen läuft weder transparent noch gleichberechtigt ab. Als würden diese Missstände nicht genügen, müssen behinderte Menschen befürchten, vom Gesundheitssystem im Falle einer Triage aussortiert zu werden, wenn Kapazitäten und Ressourcen auf den Intensivstationen knapp werden."

"Menschen mit Behinderungen und ihre vertretenden Verbände wurden vom Bundesgesundheitsministerium und der Bundesregierung so gut wie nicht in die politischen Prozesse rund um die Pandemiekonzepte mit eingebunden. Dies stellt ein Verstoß gegen die UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) dar,“ kritisiert Wiebke Schär von der ISL-Geschäftsführung. Frei nach dem Motto: "Es reicht Herr Spahn: ab jetzt impfen wir uns selbst!“ hat die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL) in einer stillen Protestaktion auf diese Missstände vor dem Bundesgesundheitsministerium in Berlin aufmerksam gemacht.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sdltuvy