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Nicht genutzten Impfstoff behinderten Menschen anbieten

Alexander Ahrens
Alexander Ahrens
Foto: Franziska Vu ISL

Berlin (kobinet) Nicht genutzten Impfstoff soll behinderten Menschen angeboten werden. Dies fordert die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben in Deutschland (ISL). Nach Presseberichten des rbb sei u.a. das Impfzentrum am ehemaligen Flughafen Tegel nicht ausgelastet. Zehntausende Impfdosen würden nicht genutzt.

"Es kann nicht wahr sein, dass das Bundesministerium für Gesundheit behinderte und chronisch kranke Menschen außerhalb von Wohnheimen bei der Impfpriorisierung ignoriert und im gleichen Atemzug einige Impfzentren in Deutschland bestimmte Vakzine nicht verimpft bekommen. Hier muss eine klare einheitliche Lösung gefunden werden, so dass diese Menschen und ihre pflegenden Angehörigen oder Assistent*innen schnell ein Impfangebot bekommen,“ fordert Alexander Ahrens von der ISL-Geschäftsführung. "Wir wollen diese Pandemie gleichberechtigt und chancengleich überleben. Das können wir aber nicht, da man sich mit einer Einschränkung schlechter schützen kann und das Damoklesschwert der Triage über uns schwebt – also isolieren sich viele von uns. Herr Spahn, geben Sie den Impfstoff für Menschen der vulnerablen Gruppen frei, wenn dieser für sie geeignet ist. Unbürokratisch und schnell,“ appelliert Ahrens eindringlich.

Am 8. Februar 2021 aktualisierte die Ständige Impfkommission (STIKO) die Impfpriorisierung. Leider wurden behinderte und chronisch kranke Menschen, die selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden leben, in der Priorisierung erneut nicht berücksichtigt, kritisiert die ISL. Nur durch Einzelfallentscheidungen könnten auch jüngere Menschen mit schweren Erkrankungen sich impfen lassen. Dieser Weg sei jedoch mühselig, kompliziert und mit noch mehr Hürden verbunden, da hier laut aktualisierter Verordnung speziell ausgewiesene Stellen für die Ausstellung des Attestes zuständig sein sollen – nicht aber die betreuende Fachärztin oder der betreuende Facharzt.

Berlin (kobinet) Kategorien Nachricht

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