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Aktuelle Impfstrategie ignoriert Menschen mit erhöhtem Risiko

Corrina Rüffer
Corrina Rüffer
Foto: Irina Tischer

BERLIN (kobinet) Viele Menschen mit hohem Risiko fallen nach der aktuellen Corona-Impfstrategie der Bundesregierung hinten runter. Das erklärt Corinna Rüffer, die Sprecherin für Behindertenpolitik der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen.

Alle Menschen, die ein sehr hohes Risiko für einen schweren Covid-19-Verlauf haben, müssen jetzt geimpft werden – selbstverständlich auch diejenigen, die zuhause leben. Sie müssen denselben Schutz und die gleiche Priorisierung bei der Impfung genießen wie vulnerable Personen, die in Behinderten- oder Pflegeheimen leben, erklärt Corinna Rüffer.

Doch die aktuelle Impfstrategie der Bundesregierung ignoriert nach Rüffers Worten, viele Menschen mit Behinderungen mit erhöhtem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs. Wer zu Hause lebt und seine Assistenz und Pflege selbstständig oder über einen Dienst organisiert, hat derzeit, so Corinna Rüffer, keinen prioritären Anspruch auf eine Schutzimpfung. Dabei haben diese Personen naturgemäß sehr engen Kontakt mit Pflege- und Assistenzkräften und sind somit einer erheblichen Gefahr ausgesetzt, sich anzustecken. "Manche Menschen mit Behinderung leben deshalb seit Monaten zuhause in Selbstquarantäne, verzichten aus Angst vor Ansteckung auf Assistenz und Therapien. Stattdessen müssen die Angehörigen die komplette Assistenz und Pflege übernehmen. Ein unhaltbarer Zustand!", stellt die Sprecherin von Bündnis 90 / Die Grünen fest.

Das Bundesgesundheitsministerium antwortete auf Rüffers entsprechende schriftliche Frage, ob auch die vulnerable Personen prioritär geimpft werden sollen, die im eigenen zuhause leben, lediglich mit einem Verweis auf die bestehende Verordnung.

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