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Barrierefreie Corona-Impfzentren – aber nicht überall

Foto von Joachim Leibiger
Joachim Leibiger
Foto: TLMB - Thüringer Landesbeauftragter für Menschen mit Behinderungen

ERFURT (kobinet) Ausgehend von einer Bürgereingabe hat der Thüringer Landesbeauftragte für Menschen mit Behinderungen zur Barrierefreiheit der in Thüringen geplanten Corona-Impfzentren nachgefragt - und dabei festgestellt, das die Lage in einzelnen Regionen unter diesem Gesichtspunkt unbefriedigend ist.

In diesem Zusammenhang wies der Beauftragte die Kassenärztliche Vereinigung Thüringen (KVT) darauf hin, dass die Anmietung nicht barrierefreier Liegenschaften mit dem seit 1. Dezember 2019 geltenden Thüringer Inklusionsgesetz nicht vereinbar sei. Auch das Thüringer Gesundheitsministerium sei darüber informiert worden.

Die Befragung des Thüringer Beauftragte für Menschen mit Behinderungen ergab, dass von den 29 geplanten Impfstellen drei als nicht barrierefrei ausgewiesen werden, darunter die Stadt Jena, der Ilmkreis und der Landkreis Gotha. Dabei habe er die Liegenschaften nicht mit Fachleuten inspizieren können, da er weder in die Vorbereitungen eingebunden sei noch die genauen Standorte kenne. Er habe jedoch bei der KVT die Prüfung von Alternativen angeregt und eine gemeinsame Unterstützung seines Büros mit der Landesarbeitsgemeinschaft der kommunalen Behindertenbeauftragten angeboten.

In einem Zwischenfazit äußerte sich Joachim Leibiger, der Thüringer Beauftragte für Menschen mit Behinderungen, mit den Worten: „Auch wenn ich einerseits erleichtert bin, dass die Barrierefreiheit der Impfzentren bei deren Planung grundsätzlich mitgedacht wurde, so kann andererseits der Zustand, dass große und bevölkerungsreiche Regionen wie Jena, Gotha und Arnstadt derzeit über keine barrierefreien Impfangebote verfügen, nicht befriedigen. Denn die vorrangig zu impfende Bevölkerungsgruppe der Hochbetagten wird in vielen Fällen auf Barrierefreiheit angewiesen sein. Ich hoffe, dass dieser Zustand ein vorübergehender ist und bald barrierefreie Alternativen zur Verfügung stehen. Solange das noch nicht der Fall ist, sollten impfwillige Bürgerinnen und Bürger unter den Impfzentren eine barrierefreie Liegenschaft auswählen, selbst wenn diese etwas weiter vom Wohnort entfernt liegt.“

ERFURT (kobinet) Kategorien Nachricht

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