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Berlin will Mobilität garantieren

Foto zeigt Rotes Rathaus
Rotes Rathaus von Berlin
Foto: Irina Tischer

Berlin (kobinet) Der Berliner Senat will künftig eine Mobilitätsgarantie im öffentlichen Nahverkehr abgeben. Im nächsten Jahr startet ein Pilotprojekt. Behinderte Fahrgäste reagierten noch skeptisch auf die ausführliche Ankündigung dieser Woche in den Medien. "Klingt interessant. Schauen wir mal, ob es funktioniert", hieß es beim Berliner Behindertenverband.

Künftig sollen auch all jene Menschen besser in Berlins Bahnnetz unterwegs sein, "für die fehlende oder kaputte Fahrstühle an den Stationen bislang unüberwindbare Hindernisse darstellen", schreibt die Berliner Morgenpost. "Mobilitätsgarantie nennt der Senat das neue Konzept. Nun hat Verkehrssenatorin Regine Günther erstmals Details des Programms erläutert."

„Wir wollen ein bundesweit einmaliges System etablieren, mit dem jede mobilitätseingeschränkte Person in Berlins öffentlichem Nahverkehr in jeder Situation vorankommt. Auch wenn mal die Technik streikt oder Baustellen zum Umweg zwingen“, zitiert die Berliner Zeitung die Verkehrssenatorin.

„Wie sich dieses System optimal organisieren lässt, werden wir mit dem Pilotprojekt auf zwei U-Bahn-Linien erproben und evaluieren“, so die Grünen-Politikerin. Testgebiet der „alternativen barrierefreien Beförderung“, kurz ABB, sollen die U5 zwischen Frankfurter Allee und Tierpark sowie die U8 auf ganzer Länge zwischen Hermannstraße und Wittenau sein. Im vierten Quartal 2021 soll es losgehen, Ende 2022 wird der Modellversuch abgeschlossen. Ab 2023 könnte das System auf ganz Berlin ausgedehnt werden.

"Dass irgendjemand sich auf dieser Grundlage bequem durch die Stadt fahren lassen wird, davon kann allerdings keine Rede sein", ist in der taz zu lesen: Das wird deutlich, wenn man sich das geplante Prinzip vergegenwärtigt: Fahrgäste, die aufgrund eines defekten Fahrstuhls einen Bahnhof nicht erreichen oder nicht verlassen können, müssen mit der „ABB-Zentrale“ der BVG Kontakt aufnehmen – telefonisch oder per App.

Deren MitarbeiterInnen versuchen dann erst einmal, eine alternative Route anzubieten, die auch etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen kann und bis zu zwei (barrierefreie) Umstiege beinhaltet. Nur wenn das nicht möglich sein sollte, wird ein Kleinbus gerufen, der in spätestens 20 Minuten eintreffen soll und die Person befördert: bis zum nächstgelegenen barrierefrei zugänglichen Bahnhof, von dem die Reise fortgesetzt werden kann.

In Berlin gibt es zurzeit 174 U-Bahnhöfe, von denen 138 „stufenfrei“ erreichbar sind.

Berlin (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/senps70