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Thomas Lehn über Heimdialyse

Foto zeigt Eheleute Lehn
Eheleute Lehn - ein eingespieltes Team für Heimdialyse
Foto: T. Lehn

Neu-Isenburg (kobinet) Thomas Lehn, geboren 1956, lebt seit 50 Jahren mit der Dialyse, davon 37 Jahre Dialyse zu Hause. Im Interview mit dem KfH Kuratorium für Dialyse und Nierentransplantation schildert er heute, warum für ihn die Heimhämodialyse die beste Nierenersatztherapie ist.

Die meisten Dialysepatienten gehen zur Dialyse in eine ambulante Einrichtung. „Als ich 1983 mit meiner Lebenspartnerin Beate in unsere erste gemeinsame Wohnung eingezogen bin, war jede gemeinsame Minute kostbar. Die Fahrt zur Dialyse und die Dialysebehandlung in Heidelberg nahmen viel zu viel Zeit in Anspruch. Nicht schön für eine junge Beziehung! Ich hatte zu dieser Zeit von der Hämodialyse gehört, die zu Hause mit der Hilfe eines Partners durchführbar war. Dies schien uns eine optimale Lösung zu sein. Wir fanden im KfH-Nierenzentrum Mainz ausgezeichnete Ärzte, die uns gut vorbereiteten und bescheinigten, dass wir das ideale Heimhämodialyse-Pärchen sein könnten", begründet Thomas Lehn seine Entscheidung:

"So konnten wir die Behandlung selbstbewusst und ohne zeitlichen Druck im heimischen Umfeld gemeinsam durchführen. Diese gewonnene Zeit, diese Unabhängigkeit, dieses Selbstwertgefühl und die Verantwortung und Regie für meine persönliche Dialyse zu übernehmen, möchte ich niemals mehr missen!“

Bei der Dialyse waren in den 37 Jahren kaum Hindernisse zu bewältigen. Bei technischen Problemen, die bisher eher selten auftraten, ist ein Techniker in der Rufbereitschaft immer zu erreichen. Wegen medizinischer Probleme bei der Dialysebehandlung war es bisher noch nicht notwendig, einen Arzt zu rufen. Im Notfall ist immer ein Dialyseplatz in dem ihn betreuenden KfH-Nierenzentrum reserviert.

"Wir sind nach der langen Zeit ein eingespieltes Team. Meine Frau ist für mich eine starke Stütze. Ohne sie hätte ich schon lange meinen Lebensmut verloren“, hält Lehn fest. Wie sieht er die Zukunft der Heimdialyse? Immerhin ist die Zahl der Patienten, die zu Hause dialysieren sehr gering, gerade einmal sechs Prozent in Deutschland.

Lehn erwartet in den nächsten Jahren einen Heimdialyseboom aufgrund der durch die Gesundheitspolitik veranlassten Sparmaßnahmen und den Personalmangel in den Dialysezentren: Die Coronakrise trägt ebenfalls ihren Teil dazu bei. Auch die kompakten und mobilen Dialysegeräte, die einfach zu bedienen sind, und vor zwei Jahren auch in Deutschland angekommen sind, werden dazu beitragen. Erste Patienten dialysieren schon im Testverfahren damit zu Hause. Nicht zuletzt belegen Studien die Vorteile und internationale Leitlinien empfehlen die Heimdialyse als Erstverfahren.

Neu-Isenburg (kobinet) Kategorien Bericht

Kurzlink des Artikels: https://kbnt.org/sbhmst4