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Frauen mit Behinderung auch 2020 noch mehrfach benachteiligt

Blick in den Düsseldorfer Landtag während der  Anhörung zum Teilhabe-Bericht
Netzwerk-Sprecherinnen im Plenarsaal des Landtags Nordrhein-Westfalen
Foto: Anna Spindelndreier

MÜNSTER (kobinet) Anlässlich der Landtags-Anhörung zum „Teilhabebericht NRW“ am 3. Dezember 2020 fordert das Netzwerk Frauen und Mädchen mit Behinderung / chronischer Erkrankung in Nordrhein-Westfalen von der Landesregierung dringend umfassende Maßnahmen zum Abbau der mehrfachen Diskriminierung von Frauen mit Beeinträchtigung. Auch 25 Jahre nach der Gründung des Netzwerks stehen aus Sicht dieses Netzwerkes viele grundlegende Verbesserungen noch aus.

Als Sachverständige zur Anhörung im Landtag Nordrhein-Westfalen geladen, stellt das Netzwerk NRW fest, dass trotz vieler Verbesserungen einige Kernprobleme heute wie vor 25 Jahren ungelöst sind. „Frauen mit Beeinträchtigung kommen schlechter in Jobs, verdienen am wenigsten, stoßen im Gesundheitssystem auf Barrieren und Diskriminierung. Und trotz ihres erhöhten Gewalt- Risikos fehlen immer noch angepasste Angebote zu Prävention und Opferschutz, z.B. barrierefreier Frauenhaus-Plätze in ausreichender Zahl,“ fasst Netzwerk-Sprecherin Gertrud Servos diese Ergebnisse zusammen.

Claudia Seipelt-Holtmann, ebenfalls Sprecherin des Netzwerks sagte mit dem Blick auf weitere Veränderungen: „Wir fordern auch eine Einstellungsänderung in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Sozialwesen: Alle müssen mit Herz und Haltung dabei sein!“

Der Abbau baulicher und sprachlicher Barrieren erfordert nach Meinung dieses Netzwerkes begleitende Haltungsänderungen von Leitungen und Fachkräften in den verschiedenen Handlungsbereichen. Hier seien gleichermaßen gesetzliche Verpflichtungen und Aufklärungsarbeit vonnöten.

„NRW hat schon viele Schritte in Richtung Inklusion unternommen,“ so Gertrud Servos, “für den kommenden Landesaktionsplan wünschen wir uns ein koordiniertes Vorgehen zum Abbau mehrfacher Diskriminierung, denn unsere Ressourcen sind begrenzt: Wir haben keine Zeit!“

MÜNSTER (kobinet) Kategorien Nachricht

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